Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1911 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 69)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2720904-2721015--68-2725708- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
277!und Ohr den Eindruck vom Objekt empfangen und zur Seele fortleiten. Und ebenso stellt bei den anderen durch ein sinnliches Organ zustande kommenden Wahrnehmungen das Organ zwischen der Seele und dem wahrgenommenen Objekt die Vermittlung dar. Hingegen findet keine Vermittlung zwischen uns und unserer Wesenheit im Augenblicke der Selbstwahrnehmung statt. Wie könnte auch ein Mittelding sich zwischen uns und unsere Wesenheit einschieben, da doch hier Subjekt und Objekt in Eins zusammenfallen?150) Die Sinneswerkzeuge haben ferner nur eine Erkenntnis der ihnen eigentümlichen äusseren Objekte, nicht aber eine Erkenntnis ihrer selbst. So sieht das Auge die Aussendinge, nicht aber sich selbst, und ebenso haben die andern Sinne keine Erkenntnis ihrer selbst, hingegen hat der Mensch, und besonders wenn er der Anatomie kundig ist, eine Erkenntnis von allen seinen körperlichen Organen, seinen inneren und äusseren Körperteilen. Folglich kann es kein körperliches Organ sein, welches ihm diese Erkenntnis verschafft.151) Ferner ist es ein Vorzug des Menschen, dass er nicht bloss denkt, sondern auch das Bewusstsein seines Denkens hat, während die Tiere zwar wahrnehmen, nicht aber das Bewusstsein ihrer AVahmehmung haben und daher sich auch nicht dessen als eines Mangels bewusst sind, wenn ihnen eine Wahrnehmung abgeht, ebenso wie ihnen auch das Bewusstsein des Vorstellens und Einbildens fehlt. Angenommen nun, dass der Mensch durch ein körperliches Organ seine Denktätigkeit ausübte, so könnte jedenfalls das Bewusstsein dieser Tätigkeit nicht auch durch ein körperliches 150) Em. r., s. 35: ועוד אם היהה הנפש האנושית משבלה מושכליה בכלי נשמי לא תשיג עצמותה וכד. Vgl. zu diesem Beweise ausser den oben S. 275 A. 148 angeführten Stellen auch Isarat, ed. Forget, S. 119, wo Ihn Sina zur stärkeren Hervorhebung und Veranschaulichung dieses Beweises vom Selbstbewusstsein sich folgender Fiktion bedient: JÖ ^>0)3 Lgi) Lc Jo ^yC. ^Sl qX: caIü 'wÄLb 151) Em. r., ibid.: ושוד הבלי המשיג לדבר לא ישיג עצמותו וכר, diesen und den vorigen Beweis, die sich in der Hauptsache kaum von einander unterscheiden, fasst Philoponus, De anima, S. 14, Z. 31, zusammen: oAkv xcbv 3ü)»j1dx<av a6xo iotoxo *fivu>3zst 06B3 ־!:poc sauxo £־13־p3<p£X7l 06 ]dp 0103V iaoxfjv 1q y£tp rk äXko xt xaiv awp.7x03v. dXV 060י at akoyot 00v7'u.£1£ */7'lxoi d36jut׳zxo06371 .׳ lauxd;; t333tv . 06 ]dp otosv e2ux7jv rk ocJjis ־/} q dv.oq . . . q pivxoi tyoyq q \0]1xq abz'q iaar/jv ־p.vm3*s1. abzq yoov inxtv q C7]x003a, aurq q C7]TQUuiv7}, abzq q 3üp 3'׳x0037, 76x7] q £üp»3xo^£vr,, XI ־(IVO)3X0037 X71 ־p.VÜ)3X0p.£VY] 730)^7X0^ 7p7 £V7pY«)£ 7TC0Q£?>SlZX7l.