Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1911 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 60)
- Language
- German
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…/2720904-2721015--59-2725699- Visual Library
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268!Hinsicht wiederum unterscheidet man zwischen der rein theoretisehen und der praktischen Erkenntnis, die sich im künstlerischen *Schaffen und im sittlichen Handeln, in der Leitung des Hauswesens »und des Staates betätigt. Es hat demnach die menschliche Seele gleichsam eine doppelte Richtung, eine Richtung nach oben und unten. Durch das theoretische Vermögen, welches nach oben gerichtet ist, erkennt sie die übersinnlichen Substanzen, welche in •der Sprache der Schrift Engel und von den Philosophen separate Intelligenzen genannt werden, und gelangt, stufenweise fortschreitend, -zu immer vollkommenerer Erkenntnis. Durch das andere, der irdischen Welt zugekehrte, Vermögen übernimmt sie die Leitung und Herrschaft in den verschiedenen Sphären des praktischen Lebens, macht sich alle Kräfte dienstbar, gebietet den niederen Seelenvermögen, der Begierde und dem Eifer, dass sie sich nur in dem Masse geltend machen, in welchem es das praktische VerstandesaJDemnach sind HÄ und בפועל Gegensätze, "hingegen bezeichnet נקנה eine besondere Klasse von Erkenntnissen, nämlich solche, die der Mensch durch Nachdenken erwirbt und die ihm nicht von selbst Zufällen. Der Unterschied jedoch von Potentialität und Aktualität ist jedoch auf der Stufe des erworbenen Verstandes selber möglich, denn die erworbenen Erkenntnisse sind ja dem Verstände nicht immer präsent, aber es handelt sich in diesem Falle nicht mehr um eine blosse Möglichkeit, sondern um einen Habitus, da es dem Verstände leicht ist, sich die einmal erlangten Erkenntnisse zu vergegenwärtigen. Der Terminus oder [שבל בקני entspricht י9»./־ g£tv bei Alexander. Vgl. Haneberg, Zur Erkenntnislehre von Ibn Sina und Albertus Magnus in den Abh. der kgl. bayerischen Akad. der Wissensch., I. Kl., XI. Bd., 1. Absch., S. 12 ff. Ebenso scheint Maimuni zwischen den primären Erkenntnissen und dem erworbenen Verstand zu unterscheiden, 8. Kapitel, ed. Wolf, S. 10: אמא אל פצאיל אלנטקיה פה* תיגד ללנז אלנאטק מנהא אלחכמה והי מערפה אלאסבאב... ואלמקל ומנה אלעקל אלנטירי והד אלד־י יחצל לנא כאלטבע אעני אלמעקולאת אלאול ומנה עקל מטהפאד. Vgl. More I, 68 und 72, jedoch bedarf das Verhältnis des rationellen Vermögens (י(כח מדבר das M. als organisches Vermögen bezeichnet, zum שבל נקנה noch eine besondere Erörterung und ist durch die Abhandlung Scheyers, Das psychologische System des Maimonides, nach meinem Dafürhalten keineswegs klargestellt. Hingegen unterscheidet Al-Farabi a. a. O., s. 42, שבל נקנה von שכל בפועל (JataJLi Jüä!) nicht in der Weise wie Ibn Sina und Ibn Daud, sondern שבל נקנה bezeichnet die intelligiblen Formen, die bereits erworben sind, während שכל בפעל den Intellekt auf der Stufe bedeutet, auf welcher er diese Formen erst durch seine abstrahierende Tätigkeit erwirbt. 1111 Musterstaat, S. 45, spricht Al-Farabi von den ersten Erkenntnissen, durch die der potentielle Intellekt zur Wirklichkeit übergeht, ohne jedoch den Unterschied zwischen den primären und sekundären Erkenntnissen zu einem Einteilungsprinzip .zu machen. Falakera in מורה המורה? S. 141, schliesst sich in seiner Darstellung*