Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1911 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 56)
- Language
- German
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…/2720904-2721015--55-2725695- Visual Library
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264 Vermögens, das ausschliesslich der menschlichen Seele zukommt, ist die Erkenntnis des Allgemeinen, die Fähigkeit des sittlichen Urteils und des künstlerischen Schaffens.118) a Auch das Tier besitzt, wie bereits früher bemerkt wurde, ein gewisses Urteilsvermögen, es weiss beispielsweise dass die Nahrung, die es vor sich sieht, von angenehmem Geschmack ist, dass ihm in jenem Hause Gutes widerfahren ist, es bewahrt den Eindruck und eilt zu demselben hin. Es weiss ferner, welche Tiere es fliehen und welchen es sich anschliesen soll, aber alle diese Urteile sind partikulär, beziehen sich auf einzelnes. Hingegen vermag der Mensch das Allgemeine zu erfassen, so z. B. wenn er das, was mehreren menschlichen Individuen bei aller Verschiedenheit gemeinsam ist, erkennt, und den Artbegriff Mensch bildet.119) Die dem Menschen eigentümlichen \Vollkommenheiten sind ihm jedoch nicht gleich von der Geburt eigen, vielmehr bringt er bloss die Anlage zu ihnen mit und muss sich dieselben, von Stufe zu Stufe vorwärts schreitend, allmählich erwerben. Was ihm von Erkenntnissen zuerst zuteil wird, das sind die sogenannten Axiome, die vom Menschen gleichsam durch göttliche Eingebung ohne Mühe und Nachdenken erkannt werden und von niemanden im Ernste in Zweifel gezogen werden können. Dahin gehört beispielsweise die Erkenntnis, dass zwei Dinge, die einem dritten gleich sind, einander gleichen, oder dass nicht zwei Gegensätze in einem Substrat zu gleicher Zeit und in einer Beziehung vereinigt sein können.120) Diese Urteile sind nicht aus der Erfahrung geschöpft und durch Induktion gewonnen, denn die Allgemeinheit dieser Urteile und die Gewissheit, dass sie für alle Zeiten und für alle Objekte in gleicher Weise gelten, kann nicht aus der Induktion stammen, vielmehr haben wir die unmittelbare Gewissheit, es sei ganz undenkbar, dass jemand so töricht sei, diese Urteile in Zweifel zu ziehen.121) Viele von diesen Urteilen werden 11s) Em. r. 1, 20, s. 32 und s. 37: והיא הנפש אשר אם נשלמה והצליחה יהיה שתשכיל המושפלות הכוללות ושתבדיל בין המנונה והנאה במעש־ם ושתוציא [H.[היה לה המלאכות. 110) Em. r., S. 32. *2°) Em. r., s. 37: ואלה השלמיות הם בילד מיד שיולד בבח ואחר כן יגיעו לו בהערה האלתית הידיעות הראשונות אשר אין מחלוקת בם כמו שכל שני דברים שרם לדבר אחד שהם שוים וכמו המנע התקבצות המקבילות בנושא אחד מצד אחד ובזמן אחר, vgl. S. 57. Charakteristisch ist der Ausdruck בהערה אלהית und בהתעוררות אלהי in der Parallelstelle, welcher dem Ausdrucke *LgJü bei Ibn Sina, ZDMG., S. 361, entspricht, und damit ist die gleiche Vorstellung hinsischtlich der Instinkterkenntnisse der Tiere bei Jehuda Halewi zu vergleichen, Cusari IV, 3. 121) Em. r., s. 60: כי כללות זה המשפט [שבל שני דברים שדם לדבי אחד הם והיותנו מאמתים שהוא צודק בכל מת ובכל חומי־ לא יניע לנו בחפוש כי [nämlich שוים