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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1912-01-01 · 1911 (1912) · page 54

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1911 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 54)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721015--53-2725693
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262 so kann man dies nicht lediglich der verschiedenen Beschaffenheit des Organs zuschreiben und behaupten, dass der Zunge Wegen ihrer Weichheit und ihres Nervenreichtums jene Fähigkeit eigentümlich sei, dem Auge aber in Ermangelung dieser Eigenschaften abgehe,, da in Wirklichkeit der Abstand hinsichtlich der materiellen Beschaffenheit nicht so gross ist, um diese Verschiedenheit zu erklären. Auch das Auge besitzt eine grosse Zartheit und einen Reichtum an Nerven und ist gegen gewisse Dinge, z. B. Staub und Rauch, noch empfindlicher als die Zunge. Da nun die Verschiedenheit der Funktion weder in der Tauglichkeit des Organs, noch in der Verschiedenheit des sinnlichen Korrelats ihren Grund haben kann, da Auge und Zunge zu einem und demselben Objekt sich verschieden verhalten, so muss es offenbar etwas Immaterielles sein, welches der Zunge immanent ist und ihr die Empfänglichkeit für Geschmackseindrücke, ebenso wie dem Auge ein anderes immaterielles Vermögen innewohnt und ihm die Empfänglichkeit für Farbeneindrücke verleiht; und das Gleiche gilt von den anderen Sinnen.114) Dass diese Vermögen, welche Prinzip der Empfindung sind, als etwas Substantielles und nicht als Accidenz zu betrachten sind, ergibt sich aus der richtigen Definition von Substanz und Accidenz selbst, da Accidenz dasjenige ist, was einem anderen nicht als Teil und nicht in der Weise inhaeriert, dass durch dessen Aufhebung das Wesen des Substrats aufgehoben würde. Wenn wir uns jedoch von der Substanz des lebenden Wesens die Empfindung hinwegdenken, so ist es kein lebendes Wesen mehr, mithin ist die Empfindung zur Wesenheit gehörig und als Teil der Substanz selbst Substanz.115) Wie hinsichtlich der äusseren Wahrnehmungen lässt sich von den inneren nachweisen, dass sie von verschiedenen Vermögen ausgehen müssen. Jede Tätigkeit nämlich hat die Negation ihrer selbst zu ihrem kontradiktorischen Gegensatz: der Gegensatz von Phantasievorstellungen erzeugen ist, keine solche Vorstellungen hervorbringen, von denken — nicht denken, von sich erinnern — sich nicht erinnern. Würden nun die verschiedenen Funktionen von einem Agens ausgehen, so müsste dasselbe zu jedem gegebenen 114) Em. r., s. 31: מיפת מציאות הכוחות ושבל פועל אמנם יצא מבח ושפועל .אחד לא יצא משני כוחות ונאמר עתה בזה ההשגות הנגלות שקד שייוחס דברם אל דבר זולת התחלפות הכוחות והמשל בזה העין ובו, הנה כבר נשאר שייוחס זה אל דבר בלתי נמצא בנדם הלשון־ וכד ובגרם העין דבר נ״כ בלתי גשמי הוא [H. בשמי והוא [הוא: 4ההתפעלות מהצבעים ובו [h. התחלות [התחלת. 115) Em. ת., ibid.

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