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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1912-01-01 · 1911 (1912) · page 50

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1911 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 50)
Language
German
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IRI
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258 der Erkenntnis der Wahrheit oder der Ursache aller Ursachen“, dessen Entstehungszeit unbekannt ist und das in das zehnte oder elfte Jahrhundert versetzt wird, möglicher Weise aber auch aus einer früheren Zeit stammt. Hier ist an drei Stellen von körperlichen und geistigen oder äusseren und inneren Sinnen die Rede. Als letztere werden genannt: Vernunft, Verstand, Erkenntnis, Einsicht und Unterscheidung. Die Bedeutung der einzelnen Ausdrücke ist auch hier nicht genau abgegrenzt, und viel erfahren wir auch nicht aus der Stelle, wo es heisst, dass die Vernunft im Gehirn ihren Wohnsitz habe, die Unterscheidung im Gesicht, die Erkenntnis im Gehör, die Einsicht im Geruch, der Verstand im Herzen.107) Schon bei oberflächlicher Betrachtung zeigt sich die grosse Aehnlichkeit zwischen der Tafel der inneren Sinne bei dem Syrer und Apollonius, und es ist wohl möglich, dass die Begriffe sich genau entsprechen, wenn wir dies auch im einzelnen nicht nachweisen können, weil es an einer genauen Begriffsbestimmung bei beiden fehlt. Bemerkenswert ist auch der Versuch einer Koordinierung einzelner inneren Sinne mit den äusseren, was uns an eine Stelle bei Gabirol,108) und eine ähnliche Aeusserung, 107) Vgl. den syrischen Grundtext in der Ausgabe von Ka3rser, S. 125, Z. 12 und S. 126, Z. 16. Die syrischen Bezeichnungen lauten: hauna, mad‘a, suchala, bujana, parusuta. In der Wiedergabe der Ausdrücke folgten wir der lieber- Setzung Kaysers in der Deutschen Ausgabe, S. 160 und 162, nur dass wir an der zweiten Stelle für ״die Einsicht im Atem״ bei Kayser ״die Einsicht im Geruch״ setzten, weil der Sinn dies zu fordern scheint. Noch an einer dritten Stelle, S. 27, Z. 17, des Grundtextes und S. 35 der Uebersetzung werden die inneren Sinne aufgezählt, wobei an Stelle von Parusuta, Unterscheidung, husba getreten ist, das Kayser durch Gedanken wiedergibt. Man sieht, dass der Verfasser sich nicht gerade grosser Genauigkeit befleissigt, wir würden jedenfalls Parusuta vorziehen, das an zwei Stellen vorkommt und ausserdem in seiner etymologischen Bedeutung mit übereinstimmt, dem wir bei Bachja begegnen. Dass man die Unterscheidung mit dem Gesichtssinn in Verbindung brachte, hat vielleicht *seinen Grund darin, dass man es als eine besondere Eigentümlichkeit dieses Sinnes ansah, dass er uns die grösste Mannigfaltigkeit, die Verschiedenheit der Dinge kennen lehre, — ein Vorzug, den auch Aristoteles im Anfänge der Metaphysik hervorhebt. "8י) Vgl. oben s. 140, A. 164: ומד, שאמר ולא לנבונים עושד ר“ל על חוש המשוש אשר הוא ממין הבינה והוא ממין החוש־ם הצפונים, wir haben oben auf eine Stelle bei Aristoteles inbezug auf den Tastsinn hingewiesen, um den Zusammen־ hang zu erklären, den Gabirol zwischem diesem Sinn und dem von ihm als בינה bezeichneten inneren Sinn finden will. Hier sehen wir, dass die Anschauung von einer Korrespondenz zwischen den äusseren und inneren Sinnen sich auch bei Anderen findet. Da es sich dabei lediglich um ein Spiel der Phantasie handelt, ist es nicht auffallend, wenn im einzelnen keine Uebereinstimmung herrscht und beim Syrer der Tastsinn nicht unter der Zahl der Sinne figuriert, welche einem

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