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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1912-01-01 · 1911 (1912) · page 49

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1911 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 49)
Language
German
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257 mit Sicherheit hervorzugehen, dass wir es hier mit einer Lehre zu tun haben, welche mit der Aristotelisch-Galeriischen nichts gemein hat.106) ’ Neben dem angeblichen Werke des Apollonius können wir uns auch auf ein zweites Zeugnis berufen, auf eine syrische Quelle, die über jene andere Lehre von den inneren Sinnen noch mehr Licht verbreitet. Wir meinen ״Das Buch von 106) Vgl. die von De Sacy mitgeteilten Auszüge aus der Schrift in Notices et extraits usw., Bd. IV. Auf S. 116, sagt Apollonius von sich, er habe durch die inneren Sinne alles erkannt, was den äusseren Sinnen unzugänglieh ist. Als erstere nennt er &A 5Lk3 ulis H-te, was De Sacy durch pensee, reflexion, intelligence, esprit und jugement wiedergibt. An einer Stelle, bemerkt De Sacy, findet sich auch das Gedächtnis, aber gewöhnlich werden nur die genannten fünf erwähnt, und De Sacy glaubt, dass 5 s*c^ nur irrtümlicher Weise durch die Aehnlichkeit mit s\S5 eingeschlichen. Das Letztere scheint uns zwar nicht plausibel, aber jedenfalls hat die Reihe der hier aufgezählten Vermögen mit den inneren Sinnen bei den Aristotelikern kaum eine Aehnlichkeit. Ferner leuchtet ein, dass die Bedeutung der einzelnen Ausdrücke schwer zu bestimmen ist, und auch die zweite Stelle, welche De Sacy mitteilt, trägt nichts zur Aufklärung bei. S. 127 heisst es, Apollonius bezeichne die Gesamtheit aller Dinge, welche durch die inneren Sinne erkannt werden, durch das uns rätselhafte Wort Momsec, was, wie De Sacy vermutet, soviel bedeuten soll wie: erfasst, durch den Gedanken, durch den Verstand, zusammengehalten. De Sacy fügt noch hinzu, dass־ nach seiner Meinung hierunter nicht die intelligiblen Wesen, sondern ״nur metaphysische Dinge“, wie Raum und Zeit usw., zu verstehen sind. Worauf sich diese Annahme stützt, weiss ich nicht. Ebenso ist mir nicht klar, welche Stelle De Boer im Auge hat, wenn er in seiner Geschichte der Philosophie im Islam, S. 72, bemerkt, dass die Lehre von den inneren Sinnen auf Apollonius von Tyana zurückgeführt wurde. Offenbar hat er unsere Schrift im Auge, aber nach den Aus- Zügen De Sacys ist bloss zu ersehen, dass der Unterschied zwischen äusseren und inneren Sinnen als bekannt vorausgesetzt wird, nicht aber, dass Apollonius als Urheber der ganzen Lehre gilt. Im übrigen ist dieser Punkt für uns nebensächlich, sobald nur daran festgehalten wird, dass die inneren Sinne, von welchen in dem angeblichen Werke des Apollonius die Rede ist, von dem, was man gewöhnlieh unter der Lehre von den inneren Sinnen versteht, gänzlich verschieden sind. Schliesslich sei noch bemerkt, dass die oben, S. 138, A. 138, ausgesprochene Vermutung, es sei bei Gabirol in *js12äJI zu emendieren, durch die Terminolögie des Apollonius bestätigt wird. Ferner sei auf den Anonymus in der Steinschneider-Festschrift, S. 54, hingewiesen. Der daselbst genannte בלינום ist mit Apollonius identisch, und die in seinem Namen mitgeteilte Unterscheidung zwischen פלה und סבב findet sich unter den von De Sacy veröffentlichten Auszügen. Auch der von Josef Ibn Saddik, Mikrokosmos, S. 50, genannte בליטום, korrumpiert aus בלינום, ist mit Apollonius identisch, worauf Simonsen bereits, Theol. LZ. 1878, S. 86, hingewiesen hat, und der von Ibn Saddik mitgeteilte Ausspruch findet sich gleichfalls bei De Sacy, — ein Beweis, dass das angebliche Werk des Apollonius in jüdischen Kreisen ziemlich verbreitet war.

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