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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1912-01-01 · 1911 (1912) · page 48

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1911 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 48)
Language
German
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256 den körperlichen und geistigen Sinnen den Eindruck macht, dass* wir es mit einer anderen Lehre von den verborgenen Sinnen zu tun haben, jedoch wäre bei ihm der Versuch einer Ausgleichung noch möglich und die Existenz einer besonderen Lehre von den inneren Sinnen nicht über allen Zweifel sicher gestellt.104) Auch Gäbirol spricht einmal gelegentlich von den inneren Sinnen, und seine Terminologie macht gleichfalls den Eindruck, dass man bei ihm unter den inneren Sinnen etwas anderes zu verstehen hat, als bei den jüdischen und arabischen Aristotelikern. Aber der Umstand, dass er nur einen Teil von den inneren Sinnen anführt, macht es wiederum zweifelhaft, os wir es doch nicht lediglich mit einer abweichenden Terminologie bei gleicher Bedeutung zu tun haben.105) Aber fasst völlige Gewissheit verschafft uns das dem Apollonius von Tyana zugeschriebene Werk: ״Ueber das Geheimnis der Schöpfung“, von welchem De Sacy Auszüge veröffentlicht hat. In diesem Werke ist mehrere Male von den inneren Sinnen im Gegensätze zu den äusseren die Rede, und wie unbestimmt auch die Bezeichnungen für die ersteren lauten, so scheint doch soviel Salomon Ibn Gabirol, wo S. 33, 1. Z. und S. 35 vom משתתף und מצייר die Rede ist. m) Vgl. Herzenspflichten, ed. Jeiiinek, s. 82: והחושים הנפשיים אשר הס הזכרון והמחשבה והרעיון והזמם וההכרה, arab. ^.,Ij j!_, yCaJI, y'jJt Man könnte vielleicht das Unterscheidungsvermögen, mit dem Gemeinsinn gleichsetzen, weil eine Hauptfunktion dieses Sinnes die Unterscheidung verschiedener Qualitäten ist. Man könnte sogar für diese Gleichsetzung durch Vergleichung mit der virtus distinctiva bei Al-Haitam, welche die auf dem Gebiete eines und desselben Sinnes liegenden Verschiedenheiten, z. B. verschiedene Grade des Weiss, erfasst, einen Anhaltspunkt finden, vgl. opticae thesaurus, Al־Hazeni, ed. Risner, Basel 1572, p. 51: visus autem non habet virtutem distinguendi, sed virtus distinctiva distinguit istas res. Wie bereits Baeumker in seiner Schrift über Vitelo, Beiträge III, S. 624, bemerkt, ist diese virtus distinctiva nur eine Erweiterung des Aristotelischen Gemeinsinns. Es könnte dann Vorstellungsvermögen bedeuten, nicht wie oben, S. 58, A. 115, angenommen wurde, und es würde sich die Aufzählung bei Bachja mit dem Schema Ibn Dauds decken. Unter dieser Voraussetzung würde die oben, S. 58, im Text angeführte Stelle aus Saadia den drei Vermögen bei Galen entsprechen. Nur die daselbst A. 115 angeführte Stelle Hesse sich nicht danach erklären. Aber die Identifizierung von mit dem Gemeinsinn bleibt dennoch sehr fraglich. Es ist zweifelhaft, ob das Unterscheidungsvermögen bei Bachja mit der virtus distinctiva bei Al-Haitam zusammenzustellen ist, und ausserdem ist noch zwischen der letzteren und dem Gemeinsinn ein grosser Unterschied. 105) Vgl. die oben S. 138, A. 138, angeführte Stelle: החושים הצפונים אשי בטבע הנפש כמו ההרגשה והמחשבה והבינה, arab. f^l »yCail idaaJI.

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