Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1911 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
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…/2720904-2721015--39-2725679- Visual Library
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248 dieses Vermögens die höchste Leistung, zu der es befähigt ist, und seine kunstvollen Erzeugnisse gehen aus diesem Vermögen hervor. Aber während die Phantasietätigkeit beim Menschen mit Bewusstsein und Ueberlegung gepaart ist, zeigt das Tier durch sein ganzes Verhalten, dass es nicht mit Bewusstsein und Absicht seine Tätigkeit verrichtet, vielmehr im Dienste höherer Ursachen Tätigkeiten ausübt, die den Schein bewusster Zweckmässigkeit an sich tragen. Beweis dafür ist, dass das Tier in den Aeusserungen seines Kunsttriebes sich beständig gleich bleibt und immer nur die nämlichen Gebilde aus dem nämlichen Stoffe verfertigt, wie z. B. die Cochenille und die Biene immer nur dieselben Formen aus demselben Stoffe erzeugen, während der Mensch, weil er mit Absicht und Zweckbewusstsein handelt, sich nach Belieben den Stoff wählt, in dem er die Erzeugnisse seiner Phantasie verwirklicht, und immer Neues schafft.SG) So kunstvoll und zweckmässig daher auch manche Verrichtungen der Tiere erscheinen mögen, so darf man sich dadurch nicht verleiten lassen, ihnen Ueberlegung und ein Bewusstsein des Zweckes zuzuschreiben, und wegen dieses durchgreifenden Unterschiedes zwischen Tier und Mensch ist es berechtigt, wenn wir dasselbe Vermögen, entsprechend der verschiedenen Art, in der es sich äussert, mit verschiedenen Namen bezeichnen. Es bleibt noch ein besonders charakteristisches Merkmal des behandelten Vermögens hervorzuheben, dass es im Unterschiede von anderen Seelenvermögen seine Wirksamkeit auch im Schlafe entfaltet, indem es die im Vorstellungsvermögen aufbewahrten Formen verbindet und trennt und die Produkte seiner Tätigkeit dem Gemeinsinn vorführt, wodurch der Schein einer wirklichen Aristoteles und Galen zu tun. Uebereinstimmend wird von den jüdischen und arabischen Quellen als Sitz der Phantasie die mittlere Gehirnregion bezeichnet, wo nach Galen der Sitz des otavoyjTizov ist. Man identifizierte also beide Vermögen und benützte die erwähnte aristotelische Unterscheidung hinsichtlich der Phantasie, um die Verschiedenheit der Terminologie zu erklären. Ein und dasselbe Vermögen, meinte man, führt bald den einen, bald den anderen Namen, je nachdem vom Menschen oder dem Tiere die Rede ist. Bei diesem Ausgleich aber wurde man, wie wir weiter sehen werden, weder Aristoteles noch Galen gerecht. 80) Em. r., ibid.:והבה המדמה היא הבנה בבעל חיים ותכליתו וממנו יצאו פעולותיו ובו* אין זה הבה בכעל חיים שבל בי האדם ימציא מלבו בזה הבה המצאות רבותבחמרים דבים אמנם הבעל חיים יראה מענינו שהוא לא בדעת ולא בכוונה ממנו יעשה הדברים ובר אמנם הוא בשירות ההתחלות הנכבדות וכר כמו הצמה שאין בו ידיעה. vgi. s. 69: הפעולות אשר להם. תכליות נפלאות היוצאית מהבעלי חיים נעדרי השכל תדע שהם בשירות אלה העצמים הנכבדים וכן הסדורים הנשמרים במין מין מן הצמחים וכר,