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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1912-01-01 · 1911 (1912) · page 39

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1911 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 39)
Language
German
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247 Formen mit einander verbinden.84) Wir können also durch Phantasietätigkeit willkürlich Vorstellungen erzeugen, bei denen es gar nicht darauf abgesehen ist, dass sie der Wirklichkeit entsprechen. Wir können aber auch Wahres vorstellen, so zum Beispiel wenn wir ein richtiges Bild von etwas Zukünftigem entwerfen und uns ein Ereignis im Geiste so vorführen, wie es später wirklich eintritt. So können wir uns den Weg, den ein Stern am Himmel beschreibt, vorstellen, indem wir uns gewisse auffällige Erscheinungen in der Richtung seiner Bewegung, wonach er bald rückwärts zu gehen, bald stille zu stehen scheint, aus gewissen Ursachen erklären. Aber eben in dieser Verbindung von Phantasietätigkeit und Verstandeserkenntnis liegt der Unterschied zwischen der Wirksamkeit dieses Vermögens beim Menschen und beim Tiere.s3) Beim Tiere bildet die Aeusserung 84) Em. r., ibid.: בי מדדבר שירכיב ריתיך מצרררת מרחשרת צררה בלתי מרחשת כמר שלפעמים כדמה חצי אדם מררכב וכר. in einem ähnlichen Sinne, wie hier zwischen dem zweiten und dritten Vermögen unterschieden wird, spricht Philop. von einer doppelten Bedeutung des Wortes ®oyzasia bei Aristoteles, Kommentar zu de anima, S. 509, Z. 16: Eivoj sotiv q cpav-aaia, 7' uiv u-övto; os^otxivT) za zilq z«l otovsl oo/slov mzv. q 03 yyaCoti x« 1 ßoü).3T׳z־.. Gleichwohl ist bei Aristoteles, wie Freudenthal a. a. O., S. 44, bemerkt, von Phantasie in der Bodeutung einer selbständig schaffenden Seelentätigkeit nicht die Rede, da die veränderte Reproduktion, welche in der Bildung neuer Vorstellungen besteht, von Aristoteles auf körperliche Zustände des Organismus zurückgeführt wird. 85) Em. r., ibid.: זהיר, זה הבח יברא הדברים בריאה רלא יתנה בבריאתם האמת כל כל פנים ובד רפעמים ימציא צררה אמתית כמר שיחשרב האדם איך יהיה אפשר שיחתרך כרכב מן הברבבים רבד בסבתה נאמר לזה הכח באדם מחשב. Schon Aristoteles 433b 29 und 434a 7 unterscheidet zwischen einer <pav־:aaf!a alslbj'ctxT] einerseits und Xo׳paxtxij s. ßot)Xs׳JT1x7j andererseits, von welchen die erste auch den Tieren, die zweite nur den Menschen eigen ist, vgl. Landauer a. a. O., S. 400, A. 4. Damit will jedoch, wie Freudenthal a. a. O., S. 31, bemerkt, Aristoteles keineswegs behaupten, dass die Phantasie als solche eine Tätigkeit <!es Schliessens, Vergleichens und Urteilens ausübe, sondern nur, dass beim Menschen die Vorstellung sich an die Tätigkeit des Schliessens und Vergleichens anlehne, während das Tier ohne Ueberlegung der Phantasie folge. Wenn es daher auch nicht im Sinne des Aristoteles ist, die Phantasietätigkeit selbst beim Menschen als ein Denken zu bezeichnen, so könnte es doch auf den ersten Blick scheinen, dass der Darstellung der arabischen und jüdischen Schriftsteller lediglich die angeführte gelegentliche Bemerkung des Aristoteles zu Grunde liege. Ja, man könnte hinzufügen, dass der Verwechslung zwischen Phantasie und Denken die ungenaue Ausdrucksweise des Aristoteles Vorschub leistete, der 427 b 27 und 433a 9 die Phantasie eine Art des Denkens nennt, vgl. Freudenthal a. a. O., S. 55. Ferner könnte man daran erinnern, dass nach Einigen der voa׳;־ra97׳j~txo; des Aristoteles mit der Phantasie identisch sei, vgl. Philop. a. a. O., S. 6, Z. 1 und S. 490, Z. 20 u. s. — eine Auffassung, welche unter den Arabern beispielsweise Ibn Baga vertritt. Nichts desto weniger haben wir es in unserem Falle entschieden mit einem Ausgleich zwischen

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