Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1911 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2720904-2721015--29-2725669- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
238 des Objekts ist erforderlich, dass es Farbe habe und nicht der farblosen Luft gleiche. Schliesslich muss das Medium durchsichtig sein, wie etwa die reine Luft oder das lautere Wasser. B. Innere Sinne. Ausführlicher als im Vorangehenden bei der Darstellung der Lehre von den äusseren Sinnen werden wir bei der Lehre von den inneren Sinnen verweilen. Die Lehre von den inneren Sinnen, die auf Aristoteles zurückgeht, und von der sich ein Rest noch im inneren Sinne bei Kant erhalten hat, ist in der Darstellung der mittelalterlichen Autoren äusserst dunkel und verworren. Die Verwirrung rührt nicht, wie Schneider meint, zunächst daher, dass die Späteren das aristotelische Vermögen der Phantasie seinen verschiedenen Funktionen entsprechend teilten und gleichwohl denselben Terminus sowohl zur Bezeichnung des Gesamtvermögens wie auch des Teilvermögens verwendeten. Auch das Schwanken der Terminologie, insofern die Namen für die Spezialvermögen bei den verschiedenen Philosophen einen verschiedenen Sinn haben, ist nicht in erster Reihe als Quelle der Dunkelheit anzusehen.63) Vielmehr kommt ein Umstand in Betracht, auf den wir bereits oben (S. 59, A. 116) kurz hingewiesen haben und der hier des Näheren erläutert werden soll. Bevor wir auf diesen Punkt eingehen, müssen wir das Verdienst Landauers hervorheben, der durch die Edition der schon mehrfach erwähnten Psychologie Ibn Sinas in ZDMG., Bd. 29, und seine lehrreichen Noten sehr viel zur Aufhellung der Lehre von den inneren Sinnen beigetragen hat. Um jedoch einen klaren Einblick in die Entwicklung dieser Lehre zu gewinnen, genügt es nicht, wie von seiten Landauers geschehen ist, Aristoteles zur Vergleichung heranzuziehen, wenn auch zweifellos vieles auf Aristoteles zurückgeht und beispielsweise die Auseinandersetzung Ibn Sinas über die Phantasie und das sinnliche Urteilsvermögen sich aufs engste an die Erörterung des Aristoteles, de anima III, c. 3, anschliesst. Aber neben Aristoteles kommt Galen in ׳Betracht, bei dem wir anstatt der später geläufigen Annahme von fünf inneren Sinnen die Einteilung in drei Vermögen: Vorstellungsvermögen, Denkvermögen und Gedächtnis antreffen, die von ihm der Reihe Das erste ist eben die Krankheit, von der in unserer Stelle die Rede ist, und welche die Araber als ־ui bezeichneten. Das zweite entspricht dem arabischen HjSÜö ptervgium, vgl. Kaufmann a. a. O. G3) VgL Schneider a. a. O., S. 154.