Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1911 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
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237 die Farbe, welche eigentliches Objekt des Gesichtssinnes ist, auch Fläche und Gestalt, Zahl, Ort und Lage mit wahrgenommen.61) Damit der Sehakt zustande komme, müssen gewisse Bedingungen im Sehorgan, im Objekt und im Medium erfüllt sein. Die Kristalllinse, die Ibn Daud mit Galen als eigentliches Sehorgan betrachtet, muss durchsichtig sein, damit sich in ihr die sichtbaren Formen ausprägen und nichts zwischen sie und das Objekt trete, wie dies beim Star der Fall ist, bei welcher Erkrankung Wasser ins Auge tritt, und die vor der Linse lagernde Feuchtigkeit sich verdichtet und zu einer nasenschleimartigen Masse wird, so dass trotz der Un- Versehrtheit der Linse nichts wahrgenommen wird.62) Von seiten schreiben zitierte Stelle und Kerem Chemed 111, S. 24, ferner Constantinus Africanus, De comm. med. cogn. necess. loc. IV, 19, angeführt von Schneider, Beiträge zur Psychologie Aberts d. Gr. in den Beiträgen von Baeumker, Bd. IV, S. 159, Anm. 3. Nicht zutreffend ist es, wenn Goldziher, Ma‘ani al-nafs, S. 33, vom tcvsDjjkz sagt, es werde auf die Funktionen der vegetativen und animalischen Seele angewandt, während Unkörperlichkeit und Unsterblichkeit Attribute des nafs seien. Das 7:vcU|1a ist kein Gegensatz zum denkenden Teil der Seele, sondern zur Seele überhaupt. Und das gerade will die von Goldziher dort angeführte Bemerkung Abu Sulaimans al־Mantiki gegen diejenigen, welche glauben, dass ruh und nafs Synonyme seien, besagen. Es ist eben die vegetative und animalische Seele selbst vom vegetativen und animalischen Pneuma zu unterscheiden. Ebenso sagt Duran 35a kurz: וזה הרוח הוא נושא הבח ואינו בדבי־־י האומרים בי הוא בעצמו הוא הנפש. Letztere Ansicht haben die Stoiker, die nur ein Pneuma kennen, einen körperlichen Stoff, der mit der Seele identisch ist. Unrichtig ist es daher, wenn Guttmann, Die philos. Lehren des Isaak b. S. Is., S. 50, A. 1, den Stoikern gerade die Unterscheidung zwischen Pneuma und Seele zuschreibt. Ebenso ist es kein Widerspruch, wenn Israeli bald der Seele, bald dem 7?>£üua die Wirkung zuschreibt, dem Körper Leben und Bewegung zu verleihen. Die Seele bewirkt es vermittels des Pneuma. Vgl. auch הנהגת המתבודד, ed. Herzog, S. 11, und Haj b. Jakzan, ed. Gauthier, S. 40. 61) Vgl. oben S. 133, A. 145, Aristoteles, De anima III, c. 1, Ibn Sina, ZDMG., S. 358. 62) Em. r., ibid.: וזה העגין רצוני הראות ישלם בתנאי ברואה ותנאי באמצעי בין הרואה והנראה אמנם הרואה וכד ומתנאיו שיהיה בתכלית הבהירות ברי שיוטבעו בו הצורות הנראות ולא יבנם דבר בינו ובין הנראה כענין מי שירדו המים בעיניו ויתעבה הוא הכים [H. הליחות הלבוניית אשר לפני הכפורי ויהיה כאל [כאלו [H. [יתתעבה היוצא מן הנחירים [h. הריח]. Nach בתנאי ברואה ist בתנא־ בנראה ausgefallen. Wie aus Kaufmann a.a. O., S. 96, A. 24, zu ersehen ist, lesen fünf Handschriften הריה, eine hat הכיח und eine Randbemerkung dazu lautet הגיע. Es braucht nicht erst hervorgehoben zu werden, dass die Emendation Kaufmanns הליח hinfällig ist. Offenbar ist הכיח richtig und das angebliche הגיע soviel הניע, womit der Glossator an die bekannte Verbindung ביחו ודעו erinnern wollte, Baba k. 3b. Auch Em. r., S. 55, spricht Ibn Daud gelegentlich von Hindernissen beim Sehen, wie beispielsweise weite Entfernung oder Krankheiten des Auges, und als solche nennt er: המ*פ המתילד עליו [H. הנקרא בערבי טאפרה [טאפיה [h. הנוזלים בעין או הצפורן [הצפור.