Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1911 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
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233 die Frage weiter zu erörtern, bemerkt Ibn Daud nur noch, dass der Tastsinn darum für das Tier unentbehrlich sei, weil es ohne denselben allen Gefahren schutzlos preisgegeben wäre, und beispielsweise weder das Feuer, das seine Teile zerstört, noch die Erstarrung herbeiführende Kälte, fühlen würde.4״) Dem Tastsinn steht dem Range nach am nächsten der Geschmack, durch welchen das Tier zwischen der schädlichen und nützlichen Nahrung unterscheidet.50) Es gibt im ganzen neun Grundarten des Geschmacks, von welchen ein Teil die Qualität der Wärme, der andere die Qualität der Kälte hat.51) Wie der Tastsinn, ist auch der Geschmack für das Leben unentbehrlich und fehlt keinem Tiere, während mit :nähme hinzuneigen, doch spricht er sich nicht genug entschieden aus, daher die Meinungsverschiedenheit unter den Kommentatoren, vgl. מדרה המורה von Falakera, S. 111, und Kaufmann a. a. O., S. 175. Das längere Stück, das Kaufmann, S. 184, A. 17, aus Ibn Sinas ״Morgenländischer Weisheit“ anführt, ist nur eine Wiederholung von Aristoteles 423a 17 ff. Nach Ibn Sina ist die Annahme, dass der Tastsinn mehrere Sinne darstelle, einleuchtender als die gewöhnliche Vorstellung von der Einheit dieses Sinnes, vgl. Kaufmann, S. 184, A. 19. Ibn Hazm, Kitab al-fasl 11 al-Milal IV. S. 203, berichtet, dass k Abbad ben Sulaiman sieben Sinne angenommen habe. Ob diese Ansicht mit der Annahme einer Mehrheit im Tastsinne Zusammenhänge, ist aus der kurzen Notiz nicht zu ersehen. Auch Ephraem Syrus, Carmina Nisibena, ed. Bickel, S. 19, V. 97, spricht von sieben Sinnen (wenn meine sieben Sinne Thränenquellen wären), und es ist auch dort nicht klar, was gemeint sei, vgl. Saadia, Em., S. 7. 49) Em. r., ibid. Vgl. Aristoteles 434b 11. 50) Em. r., ibid.: 'ויתחבר■ אל זה החוש במעלה חוש הטעם ובו. Die Unter- ■suchung über den Geschmack beginnt bei Aristoteles, De anima II, c. 10, mit den Worten: xo 03 ע0:דבג׳3ן saxtv ar.xov ti vgl. 421a 18 und 438b 30: xo 03 ׳3׳,־j3x»zov .3106^ xt ä'f/j; 33—iv. Wenn es in der oben S. 231, Anm. 44, angeführten Stelle heisst: והמשוש מהם יקדם אל הטעם, so ist es offenbar auch nur in dem Sinne gemeint, dass der Geschmack nur eine Unterart des Tastsinnes sei. 5,) Em. r., ibid.: ישיג בו השעה טעמים המתוק והדשן [H. deestj והוא אשר והקובץ והחמוץ והתפל וכולם [H. והמליח והמר והחריף ובולם חמים והעפיץ [והעפוץ קרי-י. Nach der Quelle für diese Aufzählung braucht man nicht zu suchen — Guttmann, S. 82, A. 3, Kaufmann, S. 163, A. 7 — denn wenn auch Aristoteles, De sensu 442a 19 und 448a 15 nur von sieben Geschmacksarten spricht, so zählt er doch in der von uns oben S. 82, A. 3, aus de anima zitierten Stelle acht Geschmacksarten, ebenso Nemesius, De nat. hom., c. 9. Es fehlt in der Aufzählung nur תפל, dieses aber ergibt sich als Gegensatz des Geschmackes aus dem Prinzip des Aristoteles, dass jeder Sinn sich auf ein eigentümliches Objekt und das Gegenteil desselben beziehe, was Aristoteles für den Geschmack noch besonders hervorhebt, 422a 20: uriTCsp 02 xa! 06t; iaxl xoü xs 6׳>axo5 za! xoü aopdxou . . . 0׳>x<n 07; xa! 7׳ ן(suaic '(suaxou x2 za! a־f2׳j3xou. Den griechischen Bezeichnungen bei Aristoteles opta׳j, aüax7;po'v, 3x־<׳j׳fvov und entsprechen bei Falakera, angeführt von Kaufmann, s. 166, a. 10: החריף והקובץ והעפוץ והחמוץ.