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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1912-01-01 · 1911 (1912) · page 21

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1911 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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229 Er selber schliesst sich in seiner Darstellung stillschweigend der letzteren Ansicht an und schildert sehr eingehend das Wesen dieser Funktionen und ihr Verhältnis zu einander. Da das Ganze, streng genommen, nicht ins Gebiet der Psychologie gehört, können wir uns auf eine kurze Zusammenfassung des Inhalts beschränken. Ibn Daud unterscheidet drei herrschende Vermögen, aus denen die Tätigkeit der Ernährung, des Wachstums und der Fortpflanzung hervorgeht, und vier dienende Vermögen, nämlich das Vermögen der Anziehung, des Festhaltens, der Assimilation und der Ab־ stossung.37) Auch die drei Hauptvermögen stehen in einem bestimmten Rangverhältnis zu einander, ebenso wie sie hinsichtlich der Entfaltung ihrer Wirksamkeit sich zeitlich von einander unterscheiden. Gleich am Anfang tritt das Vermögen der Ernährung in Tätigkeit, später schliesst sich ihm das Vermögen des Wachstums an und zuletzt erst, wenn das Tier oder die Pflanze eine bestimmte Grösse ■erreicht hat, entfaltet das Fortpflanzungsvermögen seine Wirksamkeit, weil es eine weise Einrichtung der Vorsehung sei, dass dg.s Individuum erst dann in den Dienst der Gattung trete, wenn es zuvor seinen Selbstzweck, den ihm angemessenen Grad der Vollkommenheit, erlangt habe.38) Daraus, dass das Vermögen des Wachstums in der Zeit der Reife seine Tätigkeit nicht wie vorher auf alle Teile des Körpers in gieichmässiger Weise erstreckt, sondern sich gewissen Organen in besonderem Grade zuwendet, ist zu ersehen, dass die Funktionen der vegetativen Seele nicht lediglich in Wirklichkeit auch immer Vorsokratikcr gemeint seien. Denn wie gering die Geschichtskenntnis der Araber ist, ergibt sich beispielsweise aus Al-Kifti an Ort und Stelle, der a. a. O. Thaies als Haupt der Daharijja hinstellt, der doch nach seiner Klassifizierung zu den Physikern gezählt werden müsste. Im allgemeinen scheinen die Araber unter Physiker Materialisten verstanden zu haben. So sagt Al-Kifti und Falakera a. a. O. von ihnen, dass sie die Unsterblichkeit leugnen, und ebenso vermutet Sahrastani in Nazzam einen Anhänger der Physiker auf Grund von Ansichten, die in Wirklichkeit stoisch sind, vgl. meine Arbeit: ,,Ueber den Einfluss der griechischen Philosophie auf die Entwickelung des I\alam% S. 14, A. 1. Es ist daher möglich, dass auch die stoische Ansicht von der Einheit der Seele als Ansicht der Physiker überliefert war. Nur nebenbei, ohne irgend welches Gewicht darauf zu legen, erwähne ich, dass auch Ghalcidius im Kommentar zu Timaeus, c. 86, (ed. Wrobel) S. 157, die Stoiker als physici bezeichnet. — Zu der Erklärung, die Al-Kifti a. a. O. von den Daharijja gibt, womit Tahafut -al Tahafut, S. 8, übereinstimmt, vgl. die 8. und 10. Schöpfungstheorie bei Saadia. 37) Em. r., s. 25: ולה שלש פסולות יקראו ראשיות להיותן נטבדוח מזולתם ולה ארבט פסולות סוברות. Ueber diese letzteren vier vgl. oben S. 34, A. 64. 38) Em. r., ibid.: והדובמה אמנם גזרה שלא הניט הנפש הצומחת אל מכוונה האחרוי וכי'•

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