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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1912-01-01 · 1911 (1912) · page 18

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1911 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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226 der Mensch als der letzte Zweck, auf welchen es bei der Schöpfung der Körper in der Weit der Natur abgesehen ist. Denn die Endabsicht besteht eben darin, aus der Welt des Entstehens und Vergehens, in welcher die Individuen vergänglich sind, durch progressive Läuterung und Vergeistigung unkörperliche, der Vernichtung nicht anheimfallende Substanzen hervorgehen zu lassen, d. i. die durch geistige und sittliche Vollkommenheit ausgezeichnete Menschenseele. Denn jede Bewegung, welche sich in einer bestimmten Richtung vollzieht und dann ohne einen gewaltsamen Eingriff von aussen stille steht, hat offenbar in dem Augenblicke, da sie abläuft, das Ziel erreicht, auf welches die Bewegung von vornherein hinsteuerte. Eine solche Entwicklung in aufsteigender Linie stellen die organischen Körper, Pflanze, Tier und Mensch, in Wirklichkeit dar, da jedes Glied in dieser Reihe einen Zuwachs an Vollkommenheit gegenüber dem ihm vorangehenden aufweist, während über das Wesen des Menschen hinaus ein Uebergang zu höherer Vollkommenheit in der Körperwelt nirgends wahrzunehmen ist. Also ist der Mensch das Ziel, welchem die ganze,Entwickelung zustrebt,31) und nicht mit Unrecht hat man ihn, wie Ibn Daud anderwärts gelegentlich bemerkt, einen Abriss der Welt genannt, weil in ihm gleichsam das ganze Sein abgebildet ist. Denn in ihm sind Materie und Form und die Elemente, er begreift in sich die vegetative und animalische Seele, und in seiner Vernunft besitzt er ausserdem das אלקיה אלתי מעדנהא אלדמאג והיא אלנפסאניה usw. Vgl. oben S. 30, A. 50 und S. 115, A. 77. Demgemäss ist auch bei Nemesius, c. 15, S. 211: AiaiooDat Zz ysj'x öUmz . . . ziz zz zZ 'S'jzr/.Zv. ö '/.ai tipzT.zly.Zv xat tjäi^zi'/.Z'j y.aLzlzai unter letzterem Ausdruck das Begehrungsvermögen zu verstehen. Hingegen ist es lediglich ein Versehen, wenn R. Jona Gerundi in seinem ethischen Kommentar zu den Proverbien, ed. Löwenthal, S. 7 נפש הבד״מ״ת mit כח המתאוה identifiziert. Auch in der Schrift findet Ibn Daud einen Beleg für die Dreiteilung der Seele und bezieht darauf die verschiedenen Bezeichnungen für die Seele, indem er, Saadia folgend (vgl. oben S. 31), נפיש mit der vegetativen, רוח mit der animalischen, נשמה mit Vernunftseele glcichsetzt. Auch die Schriftstellen, die er anführt, sind Saadia entlehnt. 81) Em. r., s. 23: וראוי שיתאמת שהמבוון האחרון בבריאת הנשמים אשר בעולם הטבע אמנם היה בעבור שיזוקק מעולם ההרה והפסד ובו' עצמים בלתי גשמיים והיא [11.הנפש האנושית הנשלמת בטוב החכמה וטוב המעשה וכר והיו הגשמים וכר שקט [שקטו וכר ובצמחים נשמיוח ודברים נוספים ובי׳. Vor den letzten Worten vermutet Guttmann a. a. O., S. 74, A. 1, eine Lücke, der Text ist jedoch auch ohne Ergänzung verständlich, vgl. Steinschneider, Heb. Ueb., S. 371, A. 33. Vgl. die Ausführung desselben Gedankens Em. r., S. 74. Zum Ausdrucke בטוב החכמה וטוב המעשה, der noch weiter unten Em. r., S. 92, vorkommt, ist zu vergleichen oben S. 145, A. 174, und der Mikrokosmos von Ibn Saddik, S. X, A. 40.

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