Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1912-01-01 · 1911 (1912) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1911 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2720904-2721015--10-2725650
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

219 gehöre.17) Ihn Daud will jedoch von den verschiedenen Ansichten, welche darin übereinstimmen, dass die Seele ein Accidenz sei, in der näheren Bestimmung ihrer Beschaffenheit jedoch von einander abweichen, nur diejenige einer Prüfung unterwerfen, die einen Schein von Berichtigung hat, gleichwohl aber bei einer eingehenden Untersuchung sich als hinfällig erweist. Dies ist die Ansicht, welche von den Naturforschern, namentlich auch von Hippokrates, dem bedeutendsten unter ihnen, vertreten wird, zu der auch Galen hinzuneigen scheint, und welche dahin geht, dass die Seele nichts anderes sei, als die Krasis, d. h. die Mischung der im Körper verbundenen Elementarstoffe.18) Es liegt dieser Ansicht die Annahme 17) Ein. r., ibid.: שנית ראוי שנחקור אם הנפש עצם או מקדה. Bei Aristoteles, der gewohnt ist, jeder Untersuchung eine Reihe von Fragen voranzuschicken, wird die Frage, ob die Seele eine Substanz oder ein Accidenz sei, unter den Aporien an erster Stelle erwähnt, de anima 402a 22. Hingegen erscheint es auffällig, wenn sowohl Ibn Daud als Ibn Sina ZDMG. (29), S. 346, diese Frage erst erörtern, nachdem sie bereits die Seele als Entelechie des Körpers erklärt haben, die Entscheidung also vorweg genommen ist. Man muss demnach jene Erklärung als eine vorläufige betrachten, die hinterher erst begründet wird. Im Sinne Ibn Dauds könnte man vielleicht sagen, dass er שלמות in der allgemeinen Bedeutung von Vollkommenheit, Vorzug nimmt, vgl. oben S. 13, A. 20. Hingegen setzt Ibn Sina das Wort ausdrücklich der Bedeutung Form gleich. 18) Em. r., ibid.: והדעות היותר קדובים לאמת בזה דעית הטבעיים ובו־ ודעת אבוקדאט היותר נדול מהם והוא על זד. הדעת רצוני שהנפש מזג ונאלינום נ״ב יראה ממקצת י;1במ<׳* ,ג;זנ .דבריו שיאמין זה הדעת ובו׳ bei ibn Sina a. a.o., s. 346 und S. 347 dem gegenübergestellt. Das letztere wird dem griechischen ji!?•; entsprechen. Ueber die Bedeutung der verschiedenen Ausdrücke vgl. Alexander, Scripta minora, S. 228. xpäat; ist eine Mischung, bei welcher die einzelnen Bestandteile nicht für sich bestehen bleiben, hingegen bezeichnet der umfassendere Ausdruck auch eine Mischung, bei welcher die Bestandteile sich gesondert erhalten, während aüv9־sa1c jede Zusammensetzung, auch die des Gleichartigen, bedeutet. Anders Landauer a. a. O., S. 382. Ueber Hippokrates und Galenus vgl. Nemesius, De natura hom. (ed. Matthaei, Halle 1802, S. 82), c. 2: r«X7jvoc 01 |jtsv ouoev, dX'Ld xal EiotiapT'jpsTai iv 0ד!> azoostxw/.ou /^6 י:.י0ןj; oüoiv si'7; ~zo[ duyvjz c/.״ocpyjvc׳a3vo; ״ eoixe oe, mv Xi־p., 0qxlu.׳zCeiv p.atXov -'o y.oüzv* siva» ־r/-v duy7jv ״ T׳zuuß -(dp iftaxoXoüihlv -;,ע tojv r^cbv oiatsopäv * ix ~orj Hx^oxpaTouc; x <723־x3 uaCow tov >.0ע0ץ. Von Philop. a. a. O., S. 33, Z. 2 werden die Aerzte als Vertreter der Krasistheorie genannt. Vgl. ausserdem zur Lehre, dass die Seele ein Accidenz sei, und speziell zur Lehre von der Krasis, oben S. 12 ff., 14, A. 21, s. 167, 171, היסודות •d,s. 12, שער השמים (ed. Warschau 1875) 76b: 96 שבילי אמונהd. Während jedoch Ibn Daud der Ansicht, dass die Seele ein Accidenz sei, eine ausführliche Polemik widmet, erwähnt er nur im Vorbeigehen die oben S. 21 im Namen Anans angefühete Ansicht, welcher mit Berufung auf einzelne Schriftstellen die Seele mit dem Blute identifizierte. Offenbar im Anschluss an Saadia erwidert Ibn Daud, dass die Ausdrücke der Schrift als Metonymie aufzufassen sind, vgl. Em. r., S. 33.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.