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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1912-01-01 · 1911 (1912) · page 4

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1911 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721015--03-2725643
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212 vielleicht von Nutzen sein und sie von ihren Zweifeln befreien. Gerade dies ist es ja, was die Schrift als die Weisheit und Einsicht Israels vor den Völkern preist, dass es von Alters her im Besitze jener Wahrheiten war, nach welchen die übrige Welt vergebens suchte und zu welchen die Philosophen erst nach tausendjährigem Bemühen, durch eifriges Nachdenken und Forschen und nach langen Irrwegen gelangten.* 2 3) Ibn Daud tritt ganz in die Fusstapfen der arabischen Aristoteliker, und wie aus einer Notiz bei Maimuni zu ersehen ist,8) wird er wohl nicht der einzige Anhänger der aristotelischen Riehtung unter den Juden in Spanien gewesen sein. Doch sind uns aus der Zeit vor Maimuni ausser dem Werke Ibn Dauds keine Schriften religionsphilosophischen Inhalts, welche den aristotelischen Standpunkt vertreten, bekannt geworden. Ibn Daud selbst nennt von jüdischen Religionsphilosophen Saadia, dem er Anerkennung zollt, und Gabirol (Em. r., S. 2), gegen den er häufig polemisiert, dem er sich jedoch, wie er selbst hervorhebt,4) in seiner Darstellung ‘ von Materie und Form im zweiten Kapitel, anschliesst. Von den arabischen Aristotelikern Al-Farabi und Ibn Sina, an die er sich hauptsächlich anlehnt, wird der erste nur einmal (Em. r., S. 65), der zweite überhaupt nicht mit Namen genannt, doch sind sie wohl in erster Reihe unter den ״wahren Philosophen“ gemeint.5 6) Ebenso ist unter den mohammedanischen Weisen (Em. r., S. 45) Al-Gazzali zu verstehend) Von griechischen Denkern erwähnt er Hippokrates, Galen und Aristoteles (Em. r., S. 21 u. 65), der von ihm auch ״der Philosoph“ schlechtweg genannt wird (Em. r., S. 21). Ibn Daud widmet der Psychologie eine sehr ausführliche Auseinandersetzung, und er tut dies, wie er sagt, um sich zu seiner Theorie von den Mittelwesen den Weg zu bahnen (Em. 1\, S. 20). Mehr vielleicht noch als irgend anderswo bewegt sich Ibn Daud in seiner Seelenlehre ganz in den Geleisen Al-Farabis und Ibn Sinas. Das Gleiche gilt von den späteren jüdischen Aristotelikern. Für unseren Zweck halten wir es daher -) Ibn Daud kommt auf diesen Gedanken, den er am Ende der Einleitung ausspricht, Em. r., S. 62, nochmals zurück. 3) Vgi. More 1, 71: אמא אלאנדלסיון «ן אהל אמתנא כלהם יתמסכון באקאויל אלפלאספה, vgl. Guttmann, a. a. O., S. 10. 4) Em. r. בונת ספר מקור ה־ים בדבור (Codex Halberstamm דהביאוני (יהבייאוכר מדוקדק נקיי מהמותרות ובמופת אמתי, vgi. Guttmann, a. a. o., s. 47. 5) Em. r., S. 23 und 62, vgl. Guttmann, a. a. O., S. 15. 6) Vgl. Guttmann, a. a. 0., S. 11/.

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