Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1910
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 59)
- Language
- German
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LXXX daneben mit peinlicher frag bedroet, aber sie haben entliehen gelaugnet, steen auch noch darauf. Neben disem vnnserm kurtzen antzaigen, wie sich die Sachen zugetragen, vbersenden wir e. f. g. abschrifften der Schkarin vnnd Abraham Juden vrgichten darauß E. F. G. bemelts Juden angestellte vnnd geübte vbelthat zuuerderbung vnnd außdilgung־ christlichs bluts nach der leng vernemen weiden, vnnd lanngt an E. ff. G. vnnser vnderthenig vleissig bit, E. F. G. wollen vnns bey disem bitten widerumb forderlich jnn schafften berichten, wes wir von e. f. g. wegen gegen den sechs gefanngen vnnd anndern juden zw Lubschitz vnnd jnn e. f. g. pfandschafft, welche ich auch hab gefengkiieh einnemen lassen, ferner furnemen oder vnderlassen sollen, dem wollen >yir jnn vnderthenigkeit gehorsamlich voig thun, Beuelhen vnns hiemit e. f. g. als vnnserm gnedigen herrn. Datum Jegerndorff am Freytag den 11. tag des Monats Junj anno etc. XXXV. E. F. G. vnderthenig gehorsame Hanfs Jordan]. An meinen gnedigen hem Marggraf Georgen zw Brandenburg cet. 2. Bekanntnus Dorathea Schkaryn gütlich vnnd peinlich am monntag nach Corporis Cristi [=31. Mai] Anno etc. XXXV. Erstlichenn hat die Schkarynn bekennt, wie das Aberhaim Heresch judt zw Lubschitz an der Schkarynn begert hat, das sie jme von einem Cristenweib jre milch zuwegen bringen soll vnnd mit derselbigen hat wollen zaubern, das die weiber jme Lannde gar sterbenn sollen, vnnd so haben sie zum Lorentz Kretzmer sew mylch genomenn vnnd hats dem juden vberantwort, am dinstag jm aliten jarmarck, jm XXXIIII. jar, darauf hat ir der judt ein halb seiden schlair gebenn. Weitter ist jme ain Baur zw Grebnig schuldig gewest, do hat er dem bauernn solche schuld nachgelassenn vnd jnen mit jnr.e genomenn, das er jme die milch hat nachgetragenn, vnnd seindt gestigenn auf den galgen zw Lubschitz vnnd haben einem gehangen den köpf aufgehauen, da hat der paur dem gehangen die milch jnn den köpf hinein gegossen, darauff hat der jud zw dem paurnn gesprechen, höre was darjnne Bromenn wurdt, da hat der paur gesagt, es quitzenn kleine fercklein darjnnen, darnach hat der jud gesagt, die hur hat mir nit die recht milch gebenn, sonst hetten alle weiber jm lannd müssen sterbenn, also müssen alle sew sterben. Auf solch obgemelt der Schkaryn Bekenntnus vnnd mer sicherhait ist ir der Schkaryn Aberhaim judt, darauf sie zu mermalen bekannt, vnnder äugen gefurt mit dem anzaigen vnnd erjnnerung, ob das der recht . . . ., darauf sie jme vnnder augenn ym beisein des .... vnnd geschwornnenn gesagt, dw jude hast die {milch von] mir empfanngenn vnnd mir zu belonung ein . . . geben, weichs noch jnn meiner truchen .... nicht laugen, darauf wil ich sterben .... Auf solchs hat sich gemellter Aberhaim Jude hören lassenn. So man sie die Schkarynn ausfuren vnnd rechtuerdigenn, wurden sie weitter wol darauf gegen jme wissenn zuuerhaltenn, weichs aber dem judenn vff sein begern abgeschlagen vnnd mit der scherpf alsbald gegen jme gehandelt worden. Auff solichs hat er nach guttlicber ynd peinlicher frag bekannt, wie hernachuolgt.