Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1910
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 60)
- Language
- German
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LXXXI 3. Bekenntnus Aberhaims Heresch, juden, gütlich vnnd peinlich. Ertlichenn Bekent Aberhaim jud jnn der vrgicht, wie das er die milch von der Schkarynn am dinstag am alten jarmarck empfangen hab, vnnd hat gesagt, wie er dieselbig milch hat wollen seinem weib gebenn, auff das sie schwannger werden spll. Mer hat er bekannt, wie er die milch zw Lubschitz vnnder den galgenn jm ain gruben jnn einen toden köpf hinein gegossen hab, auf das habenn sollen jm ganntzen Lannde die schwein sterbenn. Mer bekennt, das er nicht die Schwein damit gemaint, sonnder hat dip menschenn damit gemeint, dass sie davon sterbenn söllenn, das hat jm ain jud zw Oppeln, Baruch genant, gelernnt. Weitter hat er bekannt, das Benisch vnnd der lanng jud Jacob zw Lubschitz dabei sein gewest, do er die milch jnn den toden köpf hineingegossen hatt. Mer bekennt, das er das darumb gethon hab, das er die Cristenn vertilgen wolte, darumb jnn die Cristen nit holt sein, so sein die judenn widerumb den Cristen vheind, auf das alle Cristenn sterbenn söllenn. Den anndern tag nach der Schkaryn rechtuerdigung hat Aberhaim judt alles das er jm lebenn der Schkaryn, wie obgeschriebenn, vor vnnd nach peinlicher frag bekannt, vnwiderruflich. Aber vber etliche tag nach gehalltem Rath ist er weitter solcher seiner Erkenntnus gütlich erjnnert vnnd, nachdem er je mit grundtlichem anzaigen nit heraus wöllenn, peinlich gefragt wordenn, auch dazumal ausgesagt vnd erkennt, wie hernachuolgt. Aberhaim juden Heresch genannt vrgicht, die er als die Schkaryn gerecbtuerdtigt worden am dinstag nach Bonifacii [= 8. Juni] anno etc. XXXV nach gütlicher vnnd peinlicher frag ausgesagt vnnd vnnwiderrueffen bekannt. Erstlich hat er bekennt, das Baruch jude von der Olßen zw jme gein Lubschitz kommen vnnd von der zauberey mit jme geredt, dardurch die Cristen zusterbenn vnnd verterben gebracht sollen werdenn, vnnd darauf mit jme gehanndellt, das er jme darzue frauen milch von einem Cristen weib zuwegen bringen soll. Darauf Aberhaim jude mit Dorothea Schkarynn im dorf gehanndellt, das sie jme ein milch von einem weib erstellenn soll. Ferner bekennt, das jme die Schkarynn [in einem] glassierten töpflein am dinstag . . . . jm XXXIIII. jar, als er zw Jegerndorf .... Nickel Flaischers thur zw bracht, darfür er ir ein halb seidenn schlaier [gegeben]. Ferner bekennt, als er dieselbig milch gein Lubschitz bracht, sey Baruch jud doselbst gewesen, dem hab er die milch geantwort vnnd sein also auf einenn abennt er vnd der jud Baruch, darzw Benesch jude vnnd der lanng Jacob von Lubschitz mit einannder ausgangenn, vnnd Baruch jude hat bei dem gericht zw Lubschitz die milch bei dem galgenn jnn einenn todtenn köpf gossen vnnd etzlich wort darzugesprochenn, damit man die Cristenn alle vertilgenn soll, welche wort er nit wiß anzuzaigenn, vnnd der Baruch hab gesagt, ich hab schon geend, was ich ennden soll, vnnd von danne sein sie alle vier die nacht gein Kinßdorff vnnd auf den morgen gein Glog auf ein kindsbeschneidung gangen. Weitter hat Aberhaim Bekennt, das die maysten vnnd jnn gemein alle manbar jueden von solcher that wissen, ausgenommen weiber vnnd kinder, also das sie nachmalls, als die that gescheenn, offt auf den mercktenn zw Glog, do alle juedenn gewönlich zusamen kommenn, ainer dem anndern solchs gesagt, vnnd