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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1910-01-01 · 1910 · page 51

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1910
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 51)
Language
German
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IRI
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198 derneren. Drum acht, das du ver allen Dingen tust oren [orare, beten]. Und wenn du hast ausgeort* 2), so gib deinem Vieh zu essen un’ zu trinken, e wen [bevor] du deine Kinder anziehst un’ e du sie aus dem Bett auf hebst . . . den der פסוק [schriftvers] spricht: יודע צדיק נפש בהמתו, der erst פשט [einfache Wortsinn] is: der צדיק [Fromme], der weiss, das er soll seinem Vieh zu essen und zu trinken geben bei Zeiten. Nun sihstu wol, wenn einer sein Vieh recht aus wart, der is geheissen ein צדיק [Frommer]11. ״Und wenn du hast nun deinem Vieh zu essen gegeben3), so ker dein Haus dann aus, tu [ziehe] du dein Kinder an und wasch sie ihr Hend, und lerne sie die ברכה [den Segensspruch] über die Hend und die פסוקים [Schriftworte/, die man flegt den Kindern für zu sagen, und halt sie an zu תורה [Gottes Wort] und מעשים טובים [guten Werken/, wenn das trifft niemanz mehr as die Frauen, as der פסוק [das Schriftwort] spricht (Spr. Sal. 1, 8): hör, mein Sohn, Strafung dein [es] Vater/s/> und nit du sollst verlasen Lernung deiner Mutter. Denn der Vater is den ganzen Tag nit in den Haus der heim und kann sie nit strafen, aber die Mutter is immer darin der heim und sicht all’s und hört all’s, was die Kinder tun. Und halt sie, die Mutter, nit die Kinder zu תירה und מעשים טובים und macht inen nit zum רבי [Lehrer] gehn lernen, so is es all’s verloren und tut nimmer gut. Und das is ir Beiden, Vater und Mutter, Lohn, das man muss die Kinder zihn und strafen und דרך ארץ [Lebensart] lernen, die, weil sie klein und jung sein, da bleiben sie all ihr Leb Tag derbei, as der פסוק spricht (Spr. Sal. 22, 6): Sich und gewehn den Jungen in den rechten Weg, auf, wenn er alt wert, lasst er nit dervon und bleibt frumm . . .“ ״Auch sich auf4) wenn dir ein armer Mensch kommt in dein Haus, so mach, das du es liplich ansichst und liplich einander ab. Ich bin übrigens im Text zum Teil der sehr schönen Auswahl gefolgt, die Grünbaum in seiner jüdisch-deutschen Chrestomatie (Leipzig, 1882), S. 265 ff., gegeben hat. *) Aus Kap. 4. 2) Aus Kap. 5. 3) Aus Kap. 7. 4) Aus Kap. 8.

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