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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1910-01-01 · 1910 · page 45

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1910
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 45)
Language
German
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192 thätig war und einige Bücher geschrieben hat, die ihm auch bei der Nachwelt Ehre und Anerkennung gesichert haben. Zu welcher Zeit, an welchem Ort und wie lange er hier gelebt und gewirkt hat, ist unbekannt. Ob er etwa der Benedix Rabbi, dem wir c. 1560 in Oppeln begegnen, gewesen ist, muss unentschieden bleiben1). Dass aber in dieser Zeit bitterer Noth und tiefer Demüthigung unter diesen durch beschimpfende Abzeichen als Auswurf der Menschheit gekennzeichneten und zu Wucherern und Marktziehern herabgewürdigten Menschen ein ernsten Studien hin־־ gegebener Mann leben konnte, der die erstaunliche Thatkraft besass, seine anderswo erworbene Gelehrsamkeit hier auf diesem dürren Boden, abgesondert von wissenschaftlichem Verkehr und geistiger Anregung, zu pflegen, zu erweitern und zu vertiefen, ist fürwahr ein Ehrenzeugniss für die unzerstörbare sittliche Kraft und den unvertilgbaren Idealismus der so schwer heimgesuchten Gemeinschaft, der er angehörte. R. Benjamin war in Grodno geboren*2) und wurde ein Schüler der berühmtesten Talmudmeister jener Tage, des R. Salomo Luria3) in Lublin und R. Mose Isserles4) in Krakau, die anerkannter Maassen ג) Vgl. oben S. 184, Anm. 3. Unmöglich ist es nicht. ImRGA. 80 berichtet er, dass er gegen Ende der Tage des R. Mose Isserles (gest. l.Mai 1572) und etliche Jahre nachher in Krakau gelebt habe (גם בק״ק קראקא שהייתי דר לשם בסוף ״מיו של רמ׳יא דל ולאחר מיתר בכד. שדם). Er könnte sich also nach 1566 in Krakau niedergelassen haben. Im RGA. 21 äussert er sich übrigens: ״כשבאת־ לארץ ה?א~מ; nur sagt er leider nicht, in welches Land und woher. 2) ״Rabi Biniamin d’Harodono“ nennt ihn ״Rabi Giacob Halpron Hebreo,“ d. i. R. Jacob b. Eichanan Heilprun (vgl. St. C. B. 5539) auf dem Titelblatt der italienischen Uebersetzung (Padua, 1625, 4), die er von seinem Frauenbüchlein angefertigt hat. Das von demselben Jacob Heilprun verfasste Compendium der Commentare Abrävanels zum Traktat Abot und zur Pessach-Haggada (Lublin, 1604, 4) ist beiläufig meines Wissens das einzige Buch, zu dem R. Benjamin eine Approbation unterschrieben hat. Er nahm damals an der Vierländer-Synode in Jaroslau theil. 3) Er führt ihn an in seinen RGA. 2, 8, 27, 28, 50, 51, 02, 71, 76 und in den Randglossen zu טרד א־ ח, Nr. 1 u. 6 und zu י־ו“ד Nr. 5. 4) Er citirt ihn in seinen RGA. 11, 41, 47, 80, 95 und in den Randglossen zu טיר אה׳״ע, Nr. I. — Ferner war sein Lehrer R. Salomo b. Jehuda, den die Zeitgenossen, im Vergleich mit R. Salomo Luria, R. Salomo II nannten. Er stand an der Spitze der grossen Lehrhäuser in Krakau und Lublin, die zu den berühmtesten jener Zeit gehörten. R. Benjamin citirt ihn in seinem RGA. 101 und in den Randglossen zum טרד אי ח, Nr. 3 u. 4. Für seine ausserordentliche Wissenschaftliehe Bedeutung zeugen allein schon die ihm anvertrauten Aemter, wenn gleich an Einfluss und Ansehen er erst in zweiter Linie stand vgl. Dembitzer, כלילת יופי I, 21a, Aam. und II, 17 a ff.

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