Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1910
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 44)
- Language
- German
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191 erhalten werden möge“. Auch wurden die Haupt- und Amtleute und alle Obrigkeiten des Fürstenthums angewiesen, ihm keine Verhinderung zuzufügen, ״noch in ichts eigenmächtig gegen Ihn und die seinigen bey Vermeidung Unserer Straffe und Ungnade vörzunehmen und ihm zur Einforderung seiner Schulden unweigerlieh Hilfe zu leisten“1). In einem besonderen Schreiben2) wurde dem Rath mitgetheilt, dass der Kaiser dem Landeshauptmann auferlegt und befohlen habe, dem Juden von seinetwegen alle billige Hilfe zu ertheilen, und ingleichen jetzt dem Rathe anzubefehlen, den Juden nicht allein gebührlich zu schützen, sondern auch bei den Zünften diese gewisse Verfügung zu thun, dass nichts Gewaltthätiges gegen ihn vorgenommen werden dürfe. Und in einem Postscriptum wurde abermals der ernste Befehl hinzugefügt, dass, nachdem ״gedachter Benedikt, wie auch andere Juden zu Glogau, das Privilegium auf gewisse Jahre erlangt haben, es vor die anderen Juden bei solcher Begnadigung bei des Kaisers unnachlässlicher Strafe und Ungnade allerdings unperturbirt verbleiben“ müsste3). Diese kaiserlichen Erlasse waren die gesicherte Grundlage, auf der in wenigen Jahrzehnten in Glogau eine neue Gemeinde zu schöner Blüthe gelangte. Ueber die inneren Verhältnisse der Judengemeinden, die im 16. Jahrhundert in Schlesien bestanden haben, fehlen uns die Nachrichten. Nur der Name eines Mannes, der in diesem Lande gelebt und schon bei seinen Zeitgenossen ein hohes Ansehen genossen hat, klingt zu uns herüber. R. Benjamin aus Schlesien4), der mit seinem vollen Namen R. Benjamin Aharon b. Abraham Slonik5) hiess, war der erste schlesische Jude, der litterarisch x) Cod. 99 der Bibliothek unseres Seminars, S. 8—12. Glogau Stadtarchiv lib. niger Abth. II, Nr. 164, S. 576. Das Privilegium wurde von den späteren Kaisern am 8. Januar 1615, 6. October 1622, 21. November 1631, 11. August 1650, 16. Juli 1659 und 29. November 1708 bestätigt und erweitert. 2) d. d. Prag, 1. August 1598. Lib. nig. a. a. O., Nr. 171, S. 596. 3) Das. S. 598. Im Schreiben an Benedikt ist von ״gewissen Jahrea“ nicht die Rede. •*) "מהר"ר בנימז ממדינת שלעזייא“, schreibt R. Joseph b. Mose Gerson ha־Cohen in seinem RGA. שארית יוסף, Nr. 47. An der Identität mit R. Benjamin Aharon Slonik ist nicht zu zweifeln, wenn man die Randglosse 1 zu טור יריד am Ende der RGA. משאת -דמן (ed. Metz, fol. 90b) mit der Antwort des R. Joseph ha-C0_hen a. a. (X vergleicht. Auch R. Meir Lublin nennt unseren Autor in seinem rga. 110 u. 112 nur הגאין הישיש מהד״יר בדמןמ." 5) פלניק. Was dieser Zunamebedeutet, weiss ich nicht. Ueber R. Benjamin vgl. St. C. B., Nr. 4543 und Dembitzer, «V כלילת I, fol. 21a ff., Anm.