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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1910-01-01 · 1910 · page 46

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1910
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 46)
Language
German
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IRI
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193 die klassische Blüthezeit der halachischen Studien in Polen heraufgeführt haben. Selbstverständlich widmete er demselben umfangreichen Arbeitsgebiet seinen Fleiss, seine Kraft und seine mannichfache Begabung. Den gesammten Wissensstoff, der im Talmud, seinen Commentatoren und Glossatoren, in den halachischen Compendien und Codices und in der weitschichtigen Litteratur der Rechtsgutachten und ״Neuigkeiten44 vorlag, machte er sich so zu eigen, dass er mit freier Selbstständigkeit darüber verfügte. Die literarische Bewegung seiner Zeit verfolgte er mit ausserordentlicher Gewissenhaftigkeit1), und es gab kein neues Buch von Bedeutung, dem er nicht sofort seine Untersuchungen gewidmet hätte. Mit gebührender Ehrfurcht blickte er auf die glänzenden Leistungen seiner Vorgänger hin. Aber grösser als die Ehrfurcht war seine Liebe zur Wahrheit und sein Eifer für das Recht. Mit begreiflichem Selbstbewusstsein und grosser Entschiedenheit, und dabei doch mit einer gewissen bescheidenen Zurückhaltung, wusste er, wenn es ihm nöthig schien, seine abweichende Meinung selbst gegen die anerkanntesten Autoritäten2) freimüthig auszusprechen und zu vertheidigen. Niemals liess er sich dabei von seinem unleugbaren Scharfsinn zu unfruchtbaren Klügeleien und blossen dialektischen Spitzfindigkeiten und Haarspaltereien verleiten. Es ist kein Wunder, dass die Zeitgenossen einen Gelehrten dieses Schlages bei den täglich neuen Fragen des praktischen Lebens gern und mit Vorliebe um Rath und Auskunft baten. Die berühmtesten Männer jener Tage unterhielten einen gelehrten Briefwechsel mit ihm: R. Abraham ben Joel Aschkenasi Katzenellenbogen, Rabbiner in Krakau3); R. Abraham Chajjim ג) Die 1574 in Lublin gedruckten RGA. Sal. Lurias (Nr. 8, 33, 51, 62, 71, 76), die 1590 in Krakau erschienenen RGA. des R. Joseph ha־Cohen (Nr. 38, 51), das 1595 erschienen התרומות'D (Nr. 32), die 1590—1598 erschienenen Werke Mord. Jafes (Nr. 11, 21, 62) kannte er bereits und entschuldigte sich, dass er Sal. Lurias Noten zu den ״Pforten“ Isaaks von Düren, die 1599 in Basel herauskamen, noch nicht gesehen habe (Nr. 50). 2) Er polemisirt gegen R. Salomo Luria (Nr. 27, 28, 50), gegen Joseph Caro und R. Mose Isserles (Nr. 41, 47), gegen Joseph ha־Cohen (Nr. 38, 40),* gegen R. Mose Meth (Nr. 46), gegen Josua Falk ha־Cohen (Nr. 49, 75) und einmal mit ganz besonderer Schärfe gegen R. Mordechai Jafe (Nr. 21, vgl. auch Nr. 79), dessen Leistungen er übrigens gelegentlich (Nr. 62) auch gebührend anerkennt. 3) Nr. 98. Er nennt ihn seinen Verwandten. R. Abr. Katzenellenbogen wird sonst noch in den RGA. des Meir Lublin (Nr* 14) und des Abr. Rapaport

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