Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1910
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 42)
- Language
- German
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189 gesetzt) und der Oberlandeshauptmann im nächsten Jahre, als sie immer noch da waren, unterm 26. Juli von Neuem angewiesen, sie fortzuschicken; dabei ״doch aber auch“, wie vorsichtig hinzugefügt wurde, den ״gehorsamben Fürsten und Ständen gegenüber von vnseretwegen die. sach dahin zu richten, damit Inen gleichwohl zu hinlass vnd verkauffung des Irigen vnd Einbringung Irer schulden wie billich geraumbe Fristen gegeben werden“* 2). Das verschlug aber nicht viel. Denn die ihnen ״wie billich44 gegebenen ״geraumben Fristen44 waren auch 1591 noch nicht abgelaufen, und die kaiserlichen Fürstentagskommissarien erhielten in diesem Jahre die Instruktion, wegen der ״Juden zum Zülz auf unsern eigenthümlichen Herrschaften, und zwar nahe an der Mährisch vnd Polnischen Grenze gesessen, den Ständen zu melden, dass für sie nicht allein aus Stadt und Landschaft, sondern auch anderer ortten mehr ansehnliche Intercessiones bei uns für sie einkhomben, weil sy vor unvordenklichen Zeiten daselbst gewöhnet, in der genedigisten Zuversicht, die gehorsamben Fürsten und Stände werden dessfalls weiter keine Beschwer haben“3 4). Was half es, dass ״die gehörsamben Fürsten und Stände“ erklärten, dass Zülz gar nicht ״an der Mährisch und Polen grenze, sondern fast mitten im Lande Schlesien gelegen sei, dazu I. K. M. genädigst wol erachten können, dass es eine grosse Vngelegenheit und Vnbilligkeit wehre, das ein Stand vnd inwohner im Lande für den andern eine progrativa vnd Vortheil haben und nicht gleiche Ordnung im Lande solte gehalten werden444)? Die Zülzef Juden blieben 1592 und 1593 trotz aller beweglichen Bitten der Stände, bis eben die Fürsten und Stände weiter zu remonstriren müde wurden5). Die Antwort, die sie erhielten, lautete immer nur, dass ״I. K. M. auch der Juden halber sich so erzeigen wolle, dass sich die gehorsamen Fürsten und Stände verhoffentlichen sich zu beschweren nit vrsach haben sollen.“ x) Idzikowski, Oppeln, S. 122. 2) Staatsarchiv Breslau, Fürstentagsbeschlüsse, Orig.-Urk. 3) Separatinstruction für die kaiserlichen Fürstentagscommissarien über die Erledigung der Beschwerdepunkte d. d. Prag, 9. November 1591 (Staatsarchiv Breslau, a. a. O.). 4) Ausführliche Beschwerdeschrift der Fürsten und Stände d. d. Breslau 25. November 1591 (Staatsarchiv Bresl.). 5) Vgl. a. a. O. die kaiserlichen Resolutionen d. d.,21. Juli 1592 und 29. März 1593, in denen der Zülzer Juden, als Antwort auf die Gravamina, mit keinem Wort Erwähnung geschieht.