Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1910
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
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185 ־־r hinweg. Wohin sie sich gewandt haben, ist unbekannt. Wahrscheinlich werden sie in Polen1) neue Wohnsitze gefunden haben. Beharrlicher waren die Oberglogauer. Nicht mit Unrecht verliessen sie sich auf des neuen Kaisers Milde und Versöhnlichkeit und rechneten darauf, dass er die strenge Durchführung der grausamen Maassregeln nicht erzwingen würde. Hierin täuschten sie sich in der That nicht. Noch grösseren Ausschlag aber gab ein anderer Umstand. Der Zins, den sie alljährlich zu zahlen hatten, war eine wertvolle Nutzung der Grundherrschaft. Eben damals war Hans von Oppersdorf, der wegen seiner mannichfachen Verdienste beim Kaiser und den Ständen besonders beliebte Landes;־ hauptmann von Oppeln und Ratibor, in den Pfandbesitz der Stadt gekommen. Selbstverständlich muthete ihm Niemand eine Einbusse in seinen Einkünften zu. Darum duldete man stillschweigend den Fortbestand der Judenschaft in derselben Stadt, für die derselbe Hans von Oppersdorf erst vor Kurzem das Vorrecht, Juden in ihrem Weichbild nimmermehr den Aufenthalt zu gönnen, von seinem kaiserlichen Herren erbeten und erhalten hatte. Ihre Grundstücke brauchten sie nicht nur nicht zu verkaufen, sondern erhielten sogar die Befugniss, einige durch eine Feuersbrunst vernichtete demselben Tage (fol. 42b). — 7. Das Haus der Samuelin Jüdin, an der Berggasse zwischen der Judenschul und Bartik Vogels Haus gelegen, kauft Yakab Harttmann um 28 Mk. schwer und 34 Groschen und bezahlt den Kaufpreis sofort am Dienstag nach Matthei (— 26. September) 1564 (fol. 42 b). — 8. Das Haus des Pinkus Zid, auf der Berggasse zwischen dem Hause des Hansel, Sohnes der Pinkussin, und der Judenschule gelegen, kauft Martin Skola, Tuchmacher, für 42 Mk. gegen eine Anzahlung von 18 Gulden am Dienstag nach Simon Juda (= 31. October) 1564 (fol. 44a). — 9. Das Haus der Israelin Jüdin, auf der Berggasse am eck zunechst Simon Weber, Rademacher, gelegen (vgl. oben Nr. 3), wird durch den Rath am Donnerstag nach Joh. Baptista (= 27. Juni) 1566 an Nickel Stübel, Schwarzfärber, um 130 Mk. gegen eine Anzahlung von 30 Mk. und weiteren jährlichen Zahlungen von je 15 Mk. verkauft (fol. 49b). — 10. Die Häuser der Israelin — die also deren zwei besessen hat —, Lauzer, Salomon Pinkasuw (die zur Familie Pinkas gehören) kaufen auf Anordnung des Landeshauptmanns der Bürgermeister, Rath und Geschworene gegen eine Zahlung von 120 bezw. 80 und 50 Mk. an, am Mo. nach dem wsissen Sonntag Invocavit (= 4. März) 1566 fol. 47a). Die Angaben bei Idzikowski sind hiernach zu ergänzen und theilweise zu berichtigen. ג) Im Jahre 1595 treffen wir in Posen in hervorragender Stellung als Delegierten zur Vierländer־Synode Mordechai Oppler in einer Urkunde vom Sonntag (4. Thammus 555 =) 11. Juni 1595, mitgetheilt von Perles in der MS. 1867, S. 154.