Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1910
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2720904-2721019--36-2725552- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
184 gegenwärtig dort aufhielten, sollten ״innerhalb des Jahres ä dato des ertheilten Kaiserlichen Briefes nach eingeforderten ihren’Capitalien, Schulden und verkauften Häusern, wie nach Bezahlung deren Creysen dessen, was sie schuldig sein, die Stadt ausdrücklich meiden und davon sich wegbegeben, damit kein Jude unter allem ersinnlichen Unterschleiff sich nicht dort aufhalte. “ Jetzt war in den so bevorzugten Städten nicht mehr ihres Bleibens. Aus Ko sei haben sie sich wohl sofort entfernt. Denen in Oppeln und Oberglogau wurde im Frühjahr 1564 noch ein־ mal befohlen, ihre Häuser an Christen zu verkaufen und sich unweigerlich hinfort zu begeben1). Die Oppelner folgten dem Befehl, nachdem ihnen Kaiser Maximilian nichts desto weniger auf die Fürbitte seines Bruders, des Erzherzogs Ferdinand, den Termin des Abzuges bis zum 10. Juni 1565 und nachher nochmals, wenigstens für zwei aus ihrer Mitte, welche die noch schwebenden Geschäfte erledigen sollten, bis zum 23. April 1566 hinausgeschoben hatte2). Sie verkauften ihre Häuser3) und begaben sich *) Bondy-Dworsky, Nr. 670, S. 491. Am 4. November desselben Jahres schrieb der Kaiser aus Wien noch einmal, dass er die Frist zur Aus- Wanderung für diese beiden Städte nicht verlängern werde (a. a. O., Nr. 675, S. 495). 2) Vgl. ZGJD. IV, 184 (d. d. 11. Februar 1565). Bondy-Dworsky, Nr. 678, S. 496 f. (d. d. Wien, 17. April 1565), Nr. 682, S. 499 (d. d. Wien, 18. August 1565) und Nr. 683, S. 500 (d. d. Wien, 4. September 1565). 3) Das ״Stadtbuch von Oppeln von 1558 bis 1598“ enthält Mittheilungen über folgende Hausverkäufe: 1. Das Haus des Benedix Rabbi, auf der Bergckgasse hinechst Petern Steinmetz, eines Tischlers, Haus gelegen, kauft Bastyan Burckharot, ein Schneider, für 70 Mk. am Dienstag nach Frohnleichnam (6. Juni)!564. Er zahlt dafür sofort 24 Mk., zu Johanni 6 Mk. und den Rest von 40 Mk. Johanni übers Jahr (fol. 30). — 2. Das Haus des Abraham Baruch, zwischen Andreas Schultz und Matthes Schröter (?) an der Berggasse gelegen, kauft an demselben Tage Yakob Biron, Tuchmacher, für 60 Mk., die er in Raten zu 30, 20 und 10 Mk. bezahlt (fol. 31). — 3. Das Haus des Kokoth [Hanan] Zid, auf der Berggasse zwischen Blasien .... und Israelin Jüdin gelegen, kauft Simon Weber, Rademacher, für 100 Thaler baar Geld, welche sofort bezahlt werden, am Montag nach Egidii (— 4. September) 1564 (fol. 41b). — 4. Das Haus des Jockel Zid, an der Berggasse zwischen den Häusern der Schlossersfrau Cordula Scholz und Melchior Krebs gelegen, kauft Woytieck Siradsky für 100 Mk. baar am Mittwoch nach [St. Marientag?] (fol. 41b, Eintrag in polnischer Sprache). — 5. Das Haus des Mardocheus Zid, an der Berggasse neben Hans Ortei und gegenüber dem Hause des Herrn Proßkowky gelegen, kauft Wawrzin Sladek für 80 Mk. baar am Freitag Matth. Apost. (= 21. September) 1564 (fol. 42a, Eintragung polnisch). — 6. Das Haus des Naason Zid, an der Berggasse neben Paul Tratiem gelegen, kauft Wawrziri Kmol für 27 (?) Gulden an