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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1910-01-01 · 1910 · page 34

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1910
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 34)
Language
German
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einer durch eine lange Abfolge der Geschlechter gottgesegneten Nachkommenschaft1) eilte zum Papste Pius IV. und erflehte von ihm die Lösung eines angeblichen Gelübdes, durch das der König sich zur sofortigen Austreibung der Juden wollte verpflichtet haben2). Menachem b. Mose Jehuda reiste an das kaiserliche Hoflager nach Wien und setzte durch, dass die heiligen Bücher endlieh freigegeben wurden3). Nicht weniger als zehn Mal, vielleicht noch öfter, liess sich Erzherzog Ferdinand, der ahnungslose Urheber dieses ganzen Unheils, dazu herbei, mit beweglichen Bitten für sie einzutreten4). Einmal wagte er sogar das Bedenken geltend zu machen, dass das scharfe Vorgehen gegen die Juden bei den andern Nationen nicht wohl ausgelegt werden könnte5) und darauf hinzuweisen, dass nur längere Fristen für ihren Aufenthalt etwas nützen könnten, weil, wenn ihnen aller Wegen nur die Zeit von einem halben Jahre zum andern gegeben werde, sie darunter ״alles ihres Vermögens ausgemergelt werden“ müssten6). Auch sein Bruder Maximilian bat mehrfach um weitere Duldung für sie7), und einmal schlossen sich sogar sein Bruder Karl8) und ein ander Mal Maximilians Gattin, die Königin Maria 9), ihren Bitten an. Selbst 1) St. C. B., Nr. 8670 u. die Stammbäume daselbst, S. 2965 — 2970. 2) David Gans, a. a. O., Lieben, Gal Ed, Nr. 25. Hock das., S. 20ff.: ,הקיסר יר״ה ע״י האפפיור התייר [ües: ״מסר נפשו ולרומי* הלך בשבועת [ושבועת heisst es auf seinem Grabstein. . 3) Vgl. die Notiz des Isaak Miltenberg in cod. Oxf. 865 u. Hock- Kaufmann, Die Familien Prags; s. 396b. ,דאש המשתדלים בין העמים, הציל נפשות וכל הספרים“ lesen wir auf seinem Grabstein. Er starb im (Nissan 5338 =) März / April 1578. 4) Am 31. August 1557 (Bondy-Dworsky, Nr. 1287, S. 1012 f.), vgl. die Schreiben des Königs vom 24. Mai, 20. Juni u. 7. October 1558 (Bondy־ Dworsky, Nr. 588, 589, 1289, S. 429 f., 1014 f.), vom 18. Februar u. 21. März 1559 (Bondy-Dworski, Nr. 593, 597, S. 433, 435); ferner die Schreiben des Erzherzogs vom 6. März, 8. September und 15. October 1561 (Bondy- Dworsky, Nr. 1297, 1299, 1301; S. 1019, 1021, 1024, vgl. ZGJD. IV, 183) und des Königs vom 27. October 1561 (Bondy-Dworsky, Nr. 631, S. 404 f.), die Schreiben des Erzherzogs vom 24. Februar 1564 (ZGJD. IV, 183 f.) und 11. Februar 1565 (a. a. O., S. 184). 5) Im erwähnten Schreiben vom 6. März 1561 (Bondy-Dworsky, Nr. 1297, S. 1019). 6) a. a. 0., Nr. 1301, S. 1024 f. 7) Vgl. die Schreiben vom 13. März 1560 (Bondy-Dworsky, Nr. 611, S. 449), die Schreiben des Königs vom. 7. April, 24. Mai und 27. August 1563 (Bondy-Dworsky, Nr. 656, 660, 664, S. 482, 487, 489). 8) Schreiben vom 13. März 1560 (Bondy-Dworsky, Nr. 611, S. 449). 9) Schreiben vom 25. April 1563 (Bondy-Dworsky, Nr. 1305, S. 1026).

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