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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1910-01-01 · 1910 · page 30

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1910
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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177 mann Hans Jordan von Aldenpatschkau1) und das andere Mal durch den Landeshauptmann Georg von Posadowsky2) ganz allgemein gehaltene Beschwerden darüber vorbrachten, dass sie durch übermässige Zinsen, Hehlerei, Unterschlupf für Diebe, Trödelei und Hausiren bei Adeligen und Bauern die ansässigen Kaufleute und Handwerker, besonders die Gewandschneider und Fleischer, schädigen, dass sie Eisen auf den Bergwerken aufkaufen und ausser Landes führen und die Schwertfeger in ihrer Nahrung stören und ausserdem landkundige Hasser der Christen und des Christenthums seien, beriefen sich die Angeschuldigten mit Recht auf die Thatsache3), dass seit Jahren über keinen von ihnen substantirte Beschwerden, wie der Landeshauptmann in der Tat bestätigte, eingelaufen seien, und dass sie sich bisher nicht anders als in Herzog Johanns (VI, 33) Zeiten verhalten haben und darum auf weiteren Schutz glauben vertrauen zu müssen. Neuer Schrecken überfiel sie, als in demselben Jahre die Ausweisungen aus Böhmen begannen und die Vertriebenen von Wegelagerern geplündert wurden und vergeblich in der Nachbarschaft, in der Grafschaft Glatz, Unterkommen suchten4). Damals bat die ״gantze Versandung“ der Juden im Fürstenthum Oppeln die Markgräfin Emilie, ihre Landesmutter, sich für sie, ״arme eilende Juden“, bei ihrem Gemahl zu verwenden, dass er sie weiter halte und schirme und ihren Verläumdern nicht sein Ohr leihe5). Sie erhielt den wenig tröstlichen Bescheid, dass der Markgraf nach Gestalt der Sache zu seinem und ihrem Besten entscheiden werde6). Der Judenälteste Jakob von Oppeln bewog darum den Landeshauptmann Hans Enich7), dem Markgrafen neue Vorschläge zu machen. Im Interesse der fürstlichen Kammergüter seien die Judenschaften bereit, ihre Abgaben8) auf hundert Thaler jährlich ג) d. d. Oppeln, 2. April 1538. Kgl. Alig. R.-Archiv München Brandenb. ad CCIX, Nr. 6, fol. 30—37. 2) d. d. 20. Februar 1540 im G. St.-Arch. Berlin R. 46, 3c. VI, 14 ff. 3) Bericht des Hauptmanns v. Posadowsky an den Markgrafen, d. d. Oppeln, 1. März 1541 im G. St.-Arch. Berlin a. a. O. 4) Wedekind, Gesch. der Grafschaft Glatz, S. 105. Bondy-Dworsky, Nr. 462, S. 337, vgl. auch Nr. 471, S. 343. 5) K. Allg. R.-Arch. München Brandenb. CCIX, Nr. 6, Schreiben d. d. Oppeln, 6. Februar 1542. 6) a. a. O., d. d. 28. Februar 1542. ד) Bericht d. d. 5. Januar 1543 im G. St.-Arch. in Berlin R, 46 3 c. VI, 112 f. 8) Sie zahlten jetzt insgesammt 48 Gulden, und zwar Oppeln 13, Glogau 7, Zülz 6 und Neustadt 22 Gulden. Zehn Jahre früher hatten die Oppelner Juden

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