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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1910-01-01 · 1910 · page 26

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1910
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721019--25-2725541
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173 ♦ gefunden, sich hier neuen Unbilden auszusetzen. Denn den Obrigkeiten, die sie aufnahmen, gebrach es in der Regel an dem guten Willen, die Erfüllung der den Juden gegebenen Versprechungen kraftvoll durchzusetzent Mehr als 250 Jahre gingen darauf ins Land, bis sich in Oels allmählich wieder eine Judengemeinde bildete1). In Münsterberg jedoch versetzte noch 1742 die blosse Nachricht von einer beabsichtigten Ansiedelung der Juden den ״alten unterthänigen Diener und Confrater J. Christof Hampel“ in eine so hochgradige Aufregung, dass er am 6. März an seinen Prior nach Breslau schrieb: ״Unterdessen sind die Münsterberger recht fromm und eifrig, je mehr die Ketzer — seil, die Hussiten aus Böhmen — einreissen; sie beten und hoffen auf Gott. Nun sollen auch die Juden anhero kommen und eine Synagoge nebst Begräbniss haben. Der Teufel wird schon in der Hölle los, und alles nach Münsterberg!2)“. Diesmal wurden die Gebete der ״recht frommen“ Münsterberger erhört. Selbst im Jahre 1791 gab es noch keinen einzigen Juden in Münsterberg. 3. Vertreibung der Juden aus den übrigen Landschaften Schlesiens. Einzelne Gemeinden gab es jetzt nur noch in den Herzogthümern Gl.ogau, Oppeln, Ratibor und Teschen. Ihre dauernde Erhaltung aber war unmöglich, seitdem der Gedanke des Markgrafen Georg, dass man sie sehr wohl austreiben könne, wofern nur den Fürsten und Ständen ein Ausfall ihrer Einnahmen nicht erwüchse, einen grundsätzlichen Widerstand eigentlich nirgends mehr fand. Bei alledem gab es immer noch einige Momente, durch die das Ende beschleunigt oder verzögert werden konnte. Der wirtschaftliche Aufschwung, der selbst in den halbslavischen Landschaften in stetiger Zunahme begriffen war, machte die jüdische Mitarbeit entbehrlich und den jüdischen Wettbewerb täglich mehr verhasst. Ferner verlangten die unaustilgbaren religiösen Vorurteile stürmisch ihre Entfernung. Das war die eine Seite. Andererseits forderten die steten Geldnöte des Königs und offt sie ausserhalb der Märkte ergrieffen, abgeschaffet, diejenigen, so ihnen vntersehlreff gestatten, ernstlich gestraffet werden sollen.“ 1) Es wurden 1782 19, 1783 17, 1784 19 und 1791 22 Juden in Oels gestählt (Beiträge und Beschreibung von Schlesien, Bd. IV, S. 244). 2) Bresl. Staatsarchiv, Akten des־ Matthias Stifts A. 72 Nr. VI Münsterberg’sche Kommende, Packet XXI, Nr. 20.

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