Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1910
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
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diese jüdisch-deutsche Schrift, wenn er nur die Buchstaben und Vokale kennen gelernt habe, sofort verstehen könne, ihm die erhofften goldenen Früchte eingetragen hat, steht dahin1). Wir wissen nur noch soviel, dass in einem Aktenstück vom Jahre 1548 ein ״Haus und erb auf der Schmiedebruck“ in Breslau erwähnt wird, ״so etwan Paul Helitz, des vorlauffenen juden, gewest“2) ist. Im Laufe des sechzehnten Jahrhunderts haben dann nur noch hin und wieder einige Juden, wie die vereinzelten Notizen aus den Jahren 15553) und 1574—15764) erkennen lassen, den Mut J) Eine Notiz über das Hundsfelder ״Elemental oder Lesebüchlen“ — das einzige bekannte Exemplar davon besitzt die hiesige Stadtbibliothek — habe ich 1878 als Beilage zum Jahresbericht der Religions-Unterrichts-Anstalt (II) der Sjm.- Gern. in Breslau drucken lassen. Vgl. auch Bandtkie, Hist, druck, S. 366. Sternberg, Gesch. der Juden in Polen (Leipzig, 1878), S. 151. 2) Breslau Stadtarchiv G. 9. 7, fol. 118a. — Hier sei zugleich das Wenige angemerkt, was wir sonst noch über Judentaufen in dieser Zeit erfahren. 111 Görlitz wurde 1510, am Sonntag nach Margarethe (— 14. Juli), Paulus, ein Jude, und 1534, am Sonnabend oder Sonntag nach Visitationis (— 4. oder 5. Juli) Michael, ein Jude, getauft (L. [Lusatica] III, 444), vgl. Funcke (L. I, 46), Frenzei (L. I, 318, Bd. I), Scultetus (L. I, 278), und in Schweidnitz taufte man eine ״jüdische jungkfraw am sontagk nach Egidi (= 3. September) 1542, hatte 10 Patenu (Mich. Steinbergs Chronik, ed. Schönborn, SS. rer. Siles., XI, 147). Bei ״Adam Joden“ von Xeisse, der am 7. November 1537 dem Rath von Neisse die Bleiche vor dem Brüderthor verkauft hat (St. Neisse, Lade IV, Nr. 376) und bei dem ״alden man Hans Juden, den rvhmer, der am dinstage nach Petri vnd Pauli (= 30. Juni) 1556 bei Schweidnitz in evnem schachte umbkommen vnd ersticket ist“ (Thommendorfsche Familienchronik, ed. Schimmelpfennig, in SS. rer. Siles. XI, 42) ist ״jude“ wahrscheinlich bereits Familiennamen. Die Nachrichten aus Görlitzer Handschriften verdanke ich Herrn Prof. Jecht. :i) Freitag am Abend Marg. (= 12. Juli) 1555 erhielten Samuel und Moises Schirmer, Salomon Jessell, Israhel Abraham und Encke vom Herzog Johann von Münsterberg (XIV. 9) ein Privileg zum Aufenthalt und Handel in Oels auf einige Jahre (Staatsarch. Breslau F. Oels III, 221, p. 241—247). Ueber Jacob Schirmer in Liegnitz vgl. oben S. 153, Anm. 3, über die Familie Schirmer Hock-Kaufmann, Die Familien Prags, S. 363 f. 4) In diesen Jahren wohnten in Oels unter Heinrich III. (XIV, 15) *und Karl II. (XIV, 17) Meyer oder Meuer Jude, Natan Judel, Michel Laserus und Vyctorin und bald auch Perlin Jüdin, michel Juden seligen Nachgelassene Wittfrau, und hatten über mancherlei Unbilden Klage zu führen, die sie trotz der ihnen ver־ liehenen Privilegien vom Magistrat und von ihren Schuldnern erdulden mussten (Staatsarchiv Breslau F. Oels II, 9a). In der Oelsnischen Landesordnung d. d. 16. Mai 1583, im Artic. 4 (Schickfuss III, 367) bestimmte Karl II. dann wieder, dass nun abermals ״hinfürbass zu ewigen Zeiten in diesem Fürstenthumb vnd Weichbildern weder in Städten noch auff dem Lande kein Jude wesentlich gelitten noch gedultet, viel weniger einiger Handel und Wandel im Lande zu treiben verstattet und zugelassen, sondern durch die Herrschaft oder Aempter, so