Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1910
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
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169 läufigen chaldäischen Uebersetzung und mit Raschis Erklärungen1). Auch andere angesehene Juden waren inzwischen zugezogen. Zunächst Abraham, ״des Emmerichen sun von Ofen“, dem König Ferdinand ein eigenhändiges Empfehlungsschreiben an den Breslauer Rat2) mitgab, in welchem er entbot, den Juden, der ״willens sey, sich mit kawmannschaft und in ander seiner notturft gen Presslau zu verfuegen, von Jemands gewallt oder vnrecht hanndhaben [zu] schuczen vnnd schurmen, auch, waz euch anlangt, hulfflich [zu] sein.“ Er wählte, da er in Breslau wohl trotz alledem das erwartete Entgegenkommen nicht fand, Oels zu seinem Aufenthalt und erwarb in bevorzugter Stadtgegend, dem Schlosse gegenüber, am 1. Oktober 1532 ein eigenes Wohnhaus3). Hausbesitzer war auch Elias, den wir als zweiten Aeltesten der Judenschaft des Fürstenthums kennen gelernt haben4). So sammelte sich in kurzer b So möchte ich die Mittheilung Ambros. Moibans in seiner ״eigentlichen Beschreibung deß sonderlichen Erschrecklichen und fast unerhörten Ungewitters pp.“, Nr. 19, dass die Juden damals in ihrer Druckerei ״das alte Testament, so in ihrer Sprache aufs Neue mit einer Glossen und Außlegung corrigiret worden in hebräischer Sprache zu drucken fürgenommen“ verstehen. Vgl. auch Wolf, Bibi, hebr. II, 386 f., IV, 123 ff. Moibanus war der hebräischen Sprache wohl kundig und führte den Unterricht darin in das Elisabeth-Gymnasium ein. Seit dem 4. Juli 1543 oder 1547 gab er selbst einen wöchentlich einstündigen Unterricht in hebr. Grammatik. Vgl. meine Notiz über das ״bibliogr. Handbuch des Sabbatai Bass in der lat. Uebers. Clanners“ (Breslau, 1882), S. 1, Note 2“, und über Moibanus Bedeutung als Vertreter des Humanismus jetzt Bauch in Cod. dipl. Siles. XXV (Breslau, 1909), S. 287 ff. -) d. d. Prag, 7. Juni 1532, Bresl. Stadtarchiv Klose EEE 410. Dem Kgl. Rath Emerich Zerenchnes, der zum Christenthum übergetreten war, stellte König Ludwig II. am 8. April einen Schuldschein über 1500 Gulden und am 20. Juli desselben Jahres einen solchen über 10,000 Gulden aus (Mon. Hungariae judaica, Nr. 281, S. 332 u. Nr. 282, S. 322 ff.). Sein Sohn Abraham besass in Ofen ein Haus, welches König Ferdinand am 26. Februar 1528 dem Joh. Fuchor schenkte (MHJ.Nr.319, S.378). Woher der Zuname ״Balgei“ oder ״Palgel“ oder ״Beigel“ stammt, mit dem Abraham in den mehr erwähnten Briefen (oben S. 164 f.) vorkommt, und was er bedeuten soll, habe ich nicht feststellen können. Von einem ungarischen Worte soll er nicht herkommen. Der Kaiserl. Rat Szerenches stand auch nach seiner Taufe in hohem Ansehen bei den Juden. Kein Geringerer als der Paduaner Rabbiner R. Meir Katzenellenbogen (RGA. Nr. 87) bezeugt von ihm: אף כי היא (פי' עטיל שניאור אביהם של מו״ה אברהם ומו״ה אפרים) מדומע בין הנכדים דורש טוב לכל עמי ומטיב לקרובין ולרחוקים ולישרים בלבותם בנופו ובממונו א״ב מחשבתו נכדת מתוך מעשיו וירא אלקים ובכה שמעתי עליו מעדים נאמנים א״ב ראוי לקרבו ולא לדחקו R. Mose Isserles nimmt im Sch. aruch Orach Chajjim c. 139, § 3 auf den Fall Bezug. 3) , Breslau Staatsarchiv F. Oels Confirm III, 22, S. 122 f. 4) Moibanus a. a. O., Nr. 18, vgl. oben S. 164.