Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1910
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2720904-2721019--19-2725535- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
167 in einer Bittschrift an den Markgrafen seinen Yrermögensverfall mit seinem ״eigenen Vnverstand and der Juden hinderlist“ zu begründen suchte. Ihre Urkunde über das Recht, Juden nicht mehr zu dulden1), erhielten übrigens die Leobschützer erst am 17. Juli 15432 3), und so kostbar erschien ihnen das Vorrecht, dass sie sich es vom Markgrafen Georg Friedrich am 0. Dezember 1559 noch einmal verbriefen und besiegeln liesserP). Nahezu drei Jahrhunderte mieden dann die Veijagten die Stätte ihrer unverschuldeten Leiden4). Nur der Name einer heute noch weitverzweigten Familie erinnert an den ehemaligen Wohnort5 *). 2. Vertreibung der Juden aus den Herzogthümern Oels und Plünsterberg. Wie in Leobschütz an erdichteten Gräueln, so sollten in demselben Jahre in Oels die Juden an dem entsetzlichen Unwetter schuld sein, das die Stadt und Umgegend am 1. September verheerte. Die ״ewigen Zeiten“, auf die die ״gottlosen Juden und Feinde unseres gekreuzigten Jesu an keinem Orte der Fürstenthümer Oels-Münsterberg; geduldet“ werden sollten*'), dauerten hier knapp ein Vierteljahrhundert. Schon 1529 sass vielmehr in Oels, gewiss gegen ein reichliches Schutzgeld, der wohlhabende Buchdrucker Chajjim Schwarz aus Prag7) mit seinem Geschäfts theilhaber David b. Jonathan8). Am 29. Juli 1530 vollendeten sie hier das erste hebräische Buch, das — abgesehen von einigen Prager Drucken — auf deutschem Boden von Juden b a. a. O., fol. 28 f. 2) Stadtarchiv Leobschütz, Nr. 53. 3) a. a. O., Nr. 58. 4) Erst 1812 zogen Juden wieder nach Leobschütz. T ros ka, S.65,221,229,257. 5) Simcha b. Gers011 ha Cohen berichtet in seinem 4 השמותC (Ven. 1657, 4), fol. 89a auf Grund einer Mittheilung des R. Elieser b. Samuel, Rabbiners in Opatow: ליפשיץ היא משפחה מיוחסת בישראל וכן ליפשא או ליבשא אבל ל־בשי" היא משפחה אחרת על שם העיר שבאשכנז קרוי כך שמעתי בע״ה מכמה אנשים• Ob der orthographische Unterschied immer streng gewahrt worden ist, steht dahin. Als Form des Städtenamens ist sowohl Lubschicz als Lipschitz hinlänglich bezeugt (Troska, S. 2). Den ältesten Träger des Namens R. Mose finden wir bereits 1560—1570 als Rabbiner in Bresc Lit.; vgl. Berliner in der MS. 50 (1906), S. 215 und meine Nachbemerkung dazu S. 218. G) Vgl. oben S. 145. ד) Vgl. Zunz, Z. Gesch., S. 261. Steinschneider u. Cassel, Artikel ״Jüd. Typographie und jüdischer BuchhandeP in Ersch u. Grubers Encyklop. Zweite Section, Bd. XXVIII, S. 49. St. C. B., Nr. 9245. s) St. C. B., Nr. 7989.