Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1910
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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164 Gleichzeitig bestürmten die Aeltesten der Oels-Münsterberger Judenschaft, Abraham Baigel und Elias, ihren Landesherm, den ehemaligen Schwiegervater des Markgrafen, mit der Bitte, sich der Unglücklichen anzunehmen. Das Allerwichtigste aber war, dass der König Kenntniss von den Vorgängen erhielt. Dafür sorgten die Vertreter der mährischen Judenschaft, R. Iczmann1) und R. Salomon von Kremsier. Sie erwirkten ein Schreiben des Königs, in welchem ״yderman, adel und stat“ angewiesen wurde, ״den juden, die zu Jägerndorf siezen, [zu] irer Gerechtikeit zu. verhelfen.“ Diesen Brief sandten sie nach Oels an die Aeltesten der Juden- Schaft, und ״dünkt uns gut sein“, bemerkten sie dazu, ״als wir hoffen“. ״Dazu kommt, dass vil leut wissen, das er — nämlich Abraham Hirsch — hat widerruft, das man in hat so beinlich befragt, das er hat falsch reden müssen . . . Des kunigs Brief mucht ir lesen lassen allemal, mit dem geschehe, was euch lieb ist. Und got, der almechtig ist, soll euch glück geben in der gefangenen Handlung und in allen euren Sachen.“ Ein Unstern schwebte über diesen Briefen. Die Schreiben von Kremsier nach Oels, und vielleicht auch das von Ansbach Aufzeichnungen Josels herausgegeben hat, war gerade in dem Passus, der auf Schlesien Bezug hat, nicht ganz deutlich. Ich gebe daher den Text nach einer Photographie, die ich der liebenswürdigen Hilfsbereitschaft des Herrn Oberbibliothekars M. C-owley in Oxford verdanke, hier noch einmal: '~ש:ת רצי׳ג היית מדת נהדין] מתוחה נגד אחינו •ושב* שלייזיא שנתפסו כל ב:י המד־:' והוצרכת• לעלות ולבא עש הרי׳ר ליברמן דל עד עיר שוואבאך ואכשפאך לפעול ולהוציא האפיר*־ למקד שהפרום ויתר ב׳ או נ׳ אנשי׳ נשרפי‘ בעלילה שקד חלב־ של חדרים יכרממנו מיער ונו׳ לסוף נודע שקריה' ובסייעת־ דשמי׳ אמר לאסורים דרור וממאות׳ (!) שכח אשכנז הוצאתי יותר על ו׳ מאות בדי להוכיח ולהטעים באזני הדובים מרקנרובל יירנל שנקיים אנחנו ובל ישראל מעון ועלילה זו. Der Sinn macht keinerlei Schwierigkeiten. Nur das eine Wort *וממאות ist zweifellos ein Schreibfehler für ומאותו. Dass sich Josel in der Jahreszahl geirrt hat, liegt auf der Hand. Ein Autograph Josels scheint die Handschrift nicht zu sein. Die Schriftzüge haben bedeutende Aehnlichkeit mit denen der Handschrift 171 unserer Seminar-Bibliothek, in der die bekannten ״Kreuzzugsberichte“ enthalten sind. Sie beginnt mit der Bemerkung: זאת העתקה נעתק (!) מכתיבת ידו של הגאון הר׳־ר יוזלן מרוסם und ist zu uns aus dem Nachlass des Prof. Jakob Bernays gekommen. Auch das Format ist dem des Oxforder Codex 2206 ähnlich. Mr. Cowley ist übrigens ebenfalls der Meinung, dass an ein Autograph Josels nicht zu denken sei. *) Vgl. Fr an kl-Grün, Geschichte der Juden in Kremsier, S. 20. 80. Ich möchte auch glauben, dass Perles Recht hat, R. Iczmann sei nicht sowohl Rabbiner als vielmehr ein angesehener Fürsprecher (שתדלן) in Kremsier gewesen.