Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1910
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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163 Sie begännen bereits stark unter Geldmangel zu leiden, da Niemand mehr ihnen etwas leihen wolle. Der einzige Simon Auerbach von Schwabach1) sei unverändert opferwillig. Sie hätten erfahren, der Landeshauptmann habe an den Herzog Karl von Oels- Münsterberg geschrieben, dass er stille halten werde, bis der Bescheid des Markgrafen eingetroffen sei. Den Brief sucht Euch zu verschaffen. Auch sparet nicht Mühe und Geld, damit das Werk völlig gelinge. Weiteres, 'was nicht geschrieben werden könne, werde Mose, der Ueberbringer des Briefes, mündlich berichten. Macht den Inhalt des Briefes auch den unglücklichen Brüdern in Leobschütz und Jägerndorf, sowie denen, die im Gefängniss sitzen, besonders aber dem Aeltesten der Oelser Judenschaft, Abraham Balgel, bekannt und thut Alles nach Eurer Weisheit und Einsicht. Bald erschien auch noch in Ansbach zur Unterstützung für die Frankensteiner Abgesandten der grosse Anwalt Josel von Rosheim, der an Opferfreudigkeit, Unermüdlichkeit, Beredtsamkeit, Klugheit und Gewandtheit in Jahrhunderten nicht seines Gleichen hatte. Es begleitete ihn R. Liebermann2), wohl der Aelteste der einheimischen Judenschaft. Josels eindringlichen Vorstellungen gelang es, dem Markgrafen und seinen Räten die Ueberzeugung beizubringen, dass die Ausstreuungen über jüdische Zauberkünste mit Hilfe von Saumilch u. dgl. nichts weiter als böswillige Erfindungen einer toll gewordenen Einbildungskraft seien. Den bisherigen unglücklichen Opfern war damit freilich nicht geholfen. Aber denen, die noch im Kerker schmachteten, war dadurch das Leben und die Freiheit gesichert3). ג) Vielleicht ist er identisch mit Simon, bisher Unterthan des Wilhelm von Wildenstein, dem Albrecht Achilles 1480 einen Geleitbrief zur Ansiedelung in Pegnitz (Eckstein, S. 12) und am 13. August 1491 Markgraf Friedrich zugleich im Namen seines Bruders Sigismund zu einem Aufenthalt im Oberland (Fürstenthum Bayreuth) ausstellte (Eckstein, S. 15, Anm. 2). Auerbach wäre dann wahrscheinlich die in der Oberpfalz unweit der oberfränkischen Grenze in unmittelbarer Nähe von Pegnitz gelegene Stadt. Der vornehmen Familie des Simon Auerbach {אאור*-אך) begegnen wir auch in den sehr interessanten RGA. Nr. 55 R. Salomo Lurias. Vgl. auch Hänle, Gesch. der Juden im Fürstentum Ansbach, S. 223. 2) Er ist gewiss derselbe Lybermann, den der Markgraf am 22. Mai 1511 mit Gewährung günstiger Privilegien auf vier Jahr nach Kulmbach in seinen Schutz und Schirm aufgenommen hat. Hänle, S. 222. Eckstein, S. 16. Dass er in Ansbach Rabbiner gewesen sei (Neustadt, S. 17), ist nirgends ersichtlich. 3) Die Abschrift, nach der Kracauer in den REJ. XVI (1888), S. 84 ff. die