Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1910
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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162 sie ihren Auftraggebern, sei die gänzliche Austreibung eine. nahezu beschlossene Sache gewesen. Nur ihre Bitten und Einwendungen hätten immer wieder auf den Markgrafen, der im Grunde seines •Herzens doch ein gottesfürchtiger Herr sei, einigen Eindruck gemacht. Aber ihre Tätigkeit verschlinge unheimliche Summen. durch die Datierung der einzelnen Stücke. Antwort auf die Vorfrage, was in unserer Vorlage unter ״austmond, augstmond, auxtmond, augusti“ zu verstehen sei, giebt der Uebersetzer selber, indem er zu den Worten ״zwischen den Gemerk“ (HS. fol. 18a. Neustadt, Nr. 1 Anf., S. 4) bemerkt : ״Gemeint ist die Zeit, da Jherusalem beiegert worden und genommen, XVII tag im heumonat bis uff VHH im auxtmond״. Er übersetzt demnach Thammus mit Heumonat und Ab mit August. Der von ״Freitag augusti am neuen44 datierte Brief aus Kremsier (Nr. 2)ist demnach am Freitag, dem Neumondsfeste des Ab, (2 (= ירם ר ר״ח אב. Juli 1535 geschrieben, an demselben Tage, an dem die Fürsprecher des Königs Brief (am ״Freytag des neuen monds augusti umb mittag“, Neustadt, S. 6) erhielten. Schon am darauf folgenden ״Dinstag des V tags augusti44 (6 (= יים נ׳ ה״אב. Juli 1535 fertigt die Oberglogauer Judenschaft ihren Brief (Nr. 3) nebst Beilage (Nr. 2) nach Oels aus. Beide Nummern kann der Bote nicht expedieren und bringt sie zurück, worauf die Oberglogauer Nr. 1 d. d. ״am ersten Frey tag in aller frue des monats Augusti“ (Neustadt, S. 5) schreiben und absenden. Da dieser Brief nach seinem Eingang (S. 14) ״zwischen den gemerk“, also jedenfalls vor dem (9. Ab=) 10. Juli geschrieben ist und selbst bezeugt, dass der Brief aus Kremsier am 5. Juli in Oberglogau eingetroffen ist, so muss er durchaus von einem der Tage zwischen dem 5. und 10. Juli datiert sein. Es hat demnach offenbar der Uebersetzer die Worte ביום ר am Ende des Briefes missverständlich auf die Woche (statt auf den Monat) bezogen, und ist dann auf seinem Irrwege noch einen Schritt weiter gegangen und hat als naheliegend ״am ersten44 Freitag geschrieben, um dem etwaigen Leser oder Besteller seiner Uebersetzung einen nunmehr seiner Meinung nach ganz befriedigenden Aufschluss über das Datum zu geben. In Wahrheit lautete aber das Datum 6) ביום ו' אב באשמורת דבוקי־. Ab =) Mittwoch, 7. Juli, in aller Frühe. Das Datum des Ansbacher Briefes (HS. fol. 22a ff., Nr. 4, Neustadt, S. 11.) macht keinerlei Schwierigkeiten. Er ist vom ״Dornstag am augstmon-Abend, das ist ein tag vor irem neuen austmond“ datirt, was nur eine umständliche Uebersetzung von 1 יום ה' ער״ח אב. Juli 1535 ist. Auch die übrigen im Text vorkommenden Daten sind — bis auf eine Kleinigkeit — vollkommen in Ordnung. Die Oberglogauer geben an (Nr. 3, S. 8), dass man ״den heiligen verbrent hat am Mittwoch des sibenden tags des heumonts44, also 9 •ום ד" ד תסוז. Juni. Das stimmt genau mit dem Bericht des Landeshaupt־ manns an den Markgrafen, d. d. 11. Juni 1535 (vgl. Anhang VI, S. LXXVII ff.) überein. ״Dornstag am VIII tag dieses monetz44 (a. a. O.) ist dann der 10. und ״Freytag des VIIII tags dieses monetz — die Ziffer VIII bei Neustadt (S. 8) ist ein Druckfehler — richtig der 11. Juni. Nur die Angabe (Nr. 4, S. 9): ״Freitag am 22. tag des heymonds44, enthält einen Irrtum, weil Freitag vielmehr der 23. Thammus (= 25. Juni) gewesen ist. So sind, wie mir scheint, alle Schwierigkeiten gelöst. — S. 10 (a. a. O.) Zeile 2 von oben ist übrigens XVIIII (statt XVIII) schock zu lesen. — Die Briefe sind zuerst übrigens von I. Kracauer in der REJ. XVII, 109 ff. veröffentlicht worden.