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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1910-01-01 · 1910 · page 7

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1910
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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IRI
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154 nachher ״zu Präge wiederumb eingetzogen“ wurde. ״Und aldo sitzt er noch,“ fügt er triumphierend hinzu1). Der starre Wiederstand gegen die Münzordnung des Königs brachte damals der Stadt vielerlei Ungelegenheiten2). Welche Schuld den Juden im Kampfe gegen die ״bösen alten Münzen“ wirklich traf, ist niemals unparteiisch festgestellt worden. Er wird froh gewesen sein, heil an Leib und Leben schliesslich seines Dienstes enthoben zu werden. Dass es mit seinen Missethaten nicht gar zu arg gewesen sein muss, bezeugt vielleicht die Tatsache, dass er etliche Jahre später in Liegnitz, so viel wir sehen können, frei und unbehelligt verkehren und sich aufhalten durfte3). Noch einmal scheinen beiläufig in Liegnitz 1581 Juden bei der Pulverfabrikation beschäftigt gewesen zu sein4). ln Breslau durften dann wieder 1558 zwei jüdische Wundärzte aus Prag den Vitztum Friedrich von Redern, den ersten Präsidenten der schlesischen Kammer5),‘ von seinen Schmerzen befreien. Wegen angeblicher ״böser Praktiken“ mussten sie aber bald die Stätte ihrer Heilerfolge im Stiche lassen6). Sechs Jahre später erhielten ferner drei welsche Musikanten, die aus Polen kamen, Moises, Angelus und Abraham, vom Herzog Georg von Liegnitz (X, 6) die Erlaubniss, bei einem Feste in Brieg als ״künstliche musici und Lautenisten“ aufzuwalten7). Im Jahre 1567 befand sich sodann in Reichenstein auf dem Bergwerk ein ״Schmelzer Abraham Nelle, so ein Jude gewesen, der das Erz per lixivia traktirte, welchen Prozess er ex elementis Theophrasti Paracelsi genommen, auch einen besonderen commentarium darüber geschrieben“8). Endlich hielt sich 1568 der soeben erwähnte *) a. a. O., S. 102. Ueber Franz Faber vgl. Markgraf in der Archival. Ztsehr. III, 14 ff., Bauch in Z. XXVI, 240 ff., XLI, 153 f. und Cod. dipl. Siles. XXV, 298. 2) Vgl. Grünhagen, Gesch. Schles. II, 90 f. 3J K. Bibi. Berlin E 95 a, Mss. Boruss., fol. 569, Nr. 62—65, die Urkunden vom 15. Februar 1555 und 2. Juni 1556. 4) SS. rer. Siles. IV, 273. Bondy-Dworsky, Nr. 805, S. 605. 5) Grünhagen a. a. O. II, 95. 6) Bresl. Stadtarchiv EEE 1026 a und b. ד) Biermann, Geschichte des Herzogthums Teschen, S. 301. 8) Henel, Silesiographia, S. 311. Ueber den Mann und sein Werk hat sich Näheres nicht ermitteln lassen. Dagegen sass um dieselbe Zeit ״beim Vater August“, dem Kurfürsten August I. von Sachsen (1533—1586), ein ״Mardochaeus de Nelle Rabbi״, unterwies ihn in der Goldmacherkunst und schrieb für ihn ein opus über das Rothgüldenerz, dessen erster Theil aus Prophezeiungen, die Zukunft des sächsischen Kurhauses betreffend, besteht, zu denen der Kurfürst eigen-

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