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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1909-01-01 · 1909 · page 97

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1909
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 97)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721021--096-2725501
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5 Arbeit veröffentlicht werden sollte, hat das Lehrerkollegium, in Anbetracht der Tatsache, dass die vorliegende Leistung immerhin ein Beweis hingebenden und aufopfernden Fleisses ist, einstimmig beschlossen, dem Verfasser den Joseph Lehmann ,sehen Preis zuzuerkennen. Die Eröffnung des mit dem angeführten Merkwort versehenen Umschlages ergab, dass der Verfasser Herr Dr. Julius Wolfsohn war. Gerade als dieses im vorigen Jahre verkündigte Urteil in die Oeffentlichkeit gehen sollte, ereilte uns die erschütternde Nachricht von dem unerwarteten Hinscheiden des Verfassers. Er hat zu den fleissigsten und begabtesten Schülern unserer Anstalt gehört. Bereits im Jahre 1905 hat er sich mit bestem Erfolge um den Lehmannsehen Preis beworben. Die damals preisgekrönte Abhandlung über ״Al-Gazzälis Einfluss auf Chasdai Kreskas“ hat er später als Inaugural-Dissertation erscheinen lassen. In der Seminarsynagoge und in mehreren hochangesehenen Gemeinden, in denen er gelegentlich als Prediger fungierte, erfreute er sich grossen Beifalls wegen seiner Beredsamkeit. Im laufenden Jahre gehörte er zu den Kandidaten, die zur Ablegung der Schlussprüfungen zugelassen waren, und hat die erste, die theologisch-wissenschaftliche, am 19. Juli 1908 bestanden. Unmittelbar vor der zweiten ist er uns zu unserem tiefen Schmerze entrissen worden. Das Andenken an seine Tüchtigkeit, an den Ernst und die Würde seiner tiefreligiösen Lebensauffassung und an seine herzgewinnende Liebenswürdigkeit wird uns unvergesslich sein. Für das laufende Studienjahr wurde zur Bewerbung um den Lehmann’schen Preis die Aufgabe gestellt: ״Die Lehre vom göttliehen Willen bei den jüdischen Religionsphilosophen des Mittelalters von Saadja bis Maimuni“. Eine Bearbeitung ist eingelaufen. Das Ergebnis wird am 27. Januar d. J. mitgeteilt werden. Zur Bewerbung um den Dr. David Rosin ,sehen Preis war das Thema gestellt: ״Verhältnis der beiden Rezensionen von Aboth di R. Nathan zu einander״. Es hat einen Bewerber nicht gefunden. Als neue Aufgabe wurde am 31. Dezember v. J. ausgeschrieben: ״Die Benutzung der hl. Schrift durch Flavius Josephus“. Der Termin zur Einreichung einer Bewerbung läuft am 1. Juli 1910 ab. Während des abgelaufenen Studienjahres ist das Seminar von 29 Hörern besucht worden. Neu eingetreten sind im vergangenen Jahre: Dr. Marcus Katz aus Kisvarda (Ungarn), Hermann

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