Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1909
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 96)
- Language
- German
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4 wertem Fleiss sich einen Einblick in die Quellenschriften verschafft hat. Auch hat er mit grossem Eifer die einschlägige neuere Litteratur über den Gegenstand — bis auf eine, und zwar zum geringen Schaden seiner Untersuchung, ihm nicht zugänglich gewesene Abhandlung — herbeigezogen und aufmerksam und gründlich studiert. Dadurch ist es ihm gelungen, zahlreiche Belegstellen für seine Vorlage zu sammeln und in sehr vielen Fällen richtig zu verwenden. Um so mehr ist es zu bedauern, dass er einen sehr wichtigen Teil der Untersuchung, durch den er wahrscheinlich zu richtigen Aufschlüssen über die Entstehung und Komposition seiner Vorlage gelangt wäre, anzustellen unterlassen hat. Die Benutzung der talmudischen Agada, sowohl der palästinensischen, als der babylonischen, des Seder Olam rabba, des Bereschit rabba, der Pesikta und des Midrasch Esther durch seinen Targumisten hat er (S. 5) einfach vorausgesetzt, während gerade die genaue Feststellung des Masses und der Art der Benutzung dieser Quellen durch seinen Autor von ausschlaggebender Bedeutung für sein Urteil über die Leistung und das Zeitalter seines Uebersetzers geworden wäre. Der Versuch, die grossen Lücken in der Beweisführung, welche die bisherigen Vorarbeiten eben in diesem Bereich gelassen haben, auszufüllen, hätte unter allen Umständen von dem Bearbeiter angestellt werden müssen. Aber auch die eigenen Untersuchungen, die der Verfasser über das Verhältnis seiner Vorlage zu den oben genannten Litteraturerzeugnissen gemacht hat, haben zu haltbaren wissenschaftlichen Ergebnissen nicht geführt. Der Verfasser hat in allzu grossem Vertrauen auf die Ansicht Bubers, der allerdings ein um die Midraschforschung hochverdienter Gelehrter gewesen ist, sich der Meinung angeschlossen, dass der Midrasch Abba Gorion und der Midrasch Panim acherim, der bekanntlich nur eine andere Rezension desselben Midrasch ist, sehr alte Midraschwerke und Quellen ersten Ranges seien, während doch die meisterhaften Untersuchungen Zunzens und die feinen Bemerkungen Brülls ihm den rechten Weg hätten zeigen können. Im engsten Zusammenhänge mit dieser fehlerhaften Auffassung steht es dann auch, dass der sogenannte Quellennachweis im Teil II der Arbeit mehr den Charakter einer Sammlung von Beleg- und Parallelstellen, als den eines Hinweises auf den wirklichen Ursprung der Uebersetzung an sich trägt. Trotz dieser Mängel und mancher sonst zu Tage tretenden Flüchtigkeiten, die durchaus beseitigt werden müssen, wenn die