Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1909
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 91)
- Language
- German
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91 dritten Möglichkeit sind wir nicht weit von Hume, aber Ihn Rosd verfolgt den Gedanken nicht weiter, vielmehr gibt er demselben eine Wendung, die von Hume abführt1). Das Richtige wird sein, dass dem Worte keine von den genannten Bedeutungen ausschliesslieh zukomme, es vielmehr alle in sich aufnehme, seinen Halt sozusagen bloss in seinem Gegensätze habe. An Stelle des Naturgesetzes sollte etwas treten, das keine unbedingte Geltung für sich in An- Spruch nimmt und dem Gedanken Raum lässt, dass es auch anders sein könne. Die Art und Weise, in der die Dinge ihre Wirkungen äussern, sei nicht etwas, das nicht anders sein könnte, und dasselbe gelte von der Art und Weise, in welcher wir die Dinge an- Zusehen gewohnt sind. Wir haben nicht nötig, auf diesen Punkt weiter einzugehen, und bemerken bloss im Allgemeinen, dass jener Gegensatz von (s 'jazt und der sich durch die Geschichte der griechischen Philosophie hindurchzieht2), auch in dem Streite zwischen Mutaziliten und As‘arijja wiederkehrt. Während nach den ersteren alle Veränderungen in der Natur mit Notwendigkeit nach einem unabänderlichen Naturgesetz erfolgen und auf dem Gebiete der Sittlichkeit der Unterschied zwischen gut und böse von Haus aus gegeben ist, ist für die letzteren sowohl Naturwie Sittengesetz etwas, das keine unbedingte Geltung hat, das nicht in sich selbst begründet, sondern gleichsam nur willkürliche Satzung ist und so lange gilt, bis es aufgehoben wird. UL ^5׳jo 1(ל y sojuLs LoL) ^L SJ1*12 J^*S jS ) נ) Siehe die Schlussworte in der vorigen Anmerkung. 2) Vgl. Steinthal, Zeitschrift für Völkerpsychologie, Bd. II, S. 331 ff.