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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1909-01-01 · 1909 · page 88

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1909
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 88)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721021--087-2725492
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88 mit dem Begriffe des Tawallud in der ersten Bedeutung auf künstliehe Weise in Verbindung gebracht. Ebenso bietet sich uns jetzt die Möglichkeit, die sonderbare Ansicht, dass die mit dem Namen Mutawalid bezeichneten Handlungen gar keinen Urheber haben, auf irgend eine Weise zu erklären. Wenn wir das Wort in der zweiten Bedeutung nehmen und an die Ansicht Dirars denken, der den Substanzbegriff beseitigte und den Körper für eine Vereinigung von Accidenzen erklärte, so ergeben sich blosse Veränderungen ohne Urheber, ohne Träger, ein blosses Werden ohne Sein1). Vielfach wird es auch fraglich sein, ob der Begriff Tawallud im ersten oder zweiten Sinne zu nehmen sei, so z. B. bei der Anwendung des Begriffes auf das Erkennen2). Doch müssen wir uns begnügen, den Unterschied zwischen beiden Bedeutungen im allgemeinen festgestellt zu haben, ohne immer entscheiden zu können, welche Bedeutung anzunehmen sei3). Nun wollen wir noch einen kurzen Blick werfen auf das atomistische System der As£arijja, wie es Maimuni darstellt. Wir haben bereits früher gesehen, wie einzelne Sätze desselben verschiedenen Systemen entlehnt sind. Jetzt, nachdem wir die Ansichten Bisrs und Dirars kennen gelernt haben, fragt es sich, ob nicht auch die Behauptung, dass die Accidenzen sich stets erneuern, dass kein Accidenz zwזei Zeitmomente dauere, auf den Einfluss Heraklits und der Sophisten zurückzuführen sei. In der Tat ist zwischen der Ansicht Dirars und der der As‘a1*ij ja nach der Dar- Stellung Ibn Hazms kein wesentlicher Unterschied4). Auch der נ) Diese Erklärung geben wir doch nur mit grossem Vorbehalt, sie erscheint uns zweifelhaft in bezug auf die Ansicht Tumamas bei Sahr. S. 49 u. 50, da dieser an der ersten Stelle offenbar den Begriff Tawallud in der ersten Bedeutung anwendet. 2) Wir halten die zweite Annahme für wahrscheinlicher, weil doch die Ansicht des Protagoras sich zunächst auf das Erkennen bezieht. Vgl. auch Al-Razi S. 28. 3) Hier sei auch hingewiesen auf den Ausdruck נולד oben S. 18 A. 2. Wenn das Wort etwa die technische Bedeutung von Tawallud hat und soviel heisst wie: mittelbar erzeugt, so müsste die Stelle anders, als oben angegeben wurde, erklärt werden. Allein, wir kennen die Stelle nur aus der Anführung bei Schreiner, so dass wir über die Bedeutung nach dem Zusammenhang nicht entscheiden können, .und haben daher das Wort einfach im Sinne ״von selbst entstanden“ genommen. 4) Vgl. Ibn Hazm V, S. 62: ^1 jL,

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