Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1909
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 87)
- Language
- German
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…/2720904-2721021--086-2725491- Visual Library
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87 Nun können wir vermuten, wo ursprünglich die Frage auftauchte, ob eine Wirkung zwei Urheber haben könne. In der Lehre des Protagoras, dass die Eigenschaft im Gegenstände und die Empfindung im Organ das Produkt zweier Faktoren, das Ergebnis einer doppelten Bewegung, einer aktiven auf der einen und einer passiven auf der anderen Seite sei, ist die Bejahung jener Frage implicite ausgesprochen. Gegen die Annahme eines solchen Zusammenwirkens, das auf der einen Seite die Eigenschaft, auf der anderen die Empfindung zur Folge habe, mögen sich Bedenken geltend gemacht haben, und in diesem Sinne vielleicht wurde zuerst die Frage aufgeworfen, ob eine Handlung zwei Urheber haben könne. Hier also hätten wir den Zusammenhang zwischen dieser Frage und der Lehre vom Tawallud im zweiten Sinne. Darum heisst es beispielsweise von einem Schüler Biärs, er habe die Ansicht seines Lehrers sich angeeignet und das Entstehen einer Wirkung durch zwei Urheber auf dem Wege des Tawallud zugelassen1). Erst später hat man, als man jene Frage betreffend die Möglichkeit einer Wirkung durch zwei Urheber verallgemeinerte, dieselbe Oyo י) Jy*Äilj Jyil ^b xjJliit Vgl. Aristoteles, Metaph. IX, c. 3, wo es von den Megarikern heisst, dass ihre Ansicht, das Vermögen sei nicht früher vorhanden als die wirkliehe Ausübung desselben, auf den Satz des Protagoras hinauslaufe, dass es nichts Wahrnehmbares gebe, wenn es nicht auch wirklich wahrgenommen werde und ebenso kein Wahrnehmungsvermögen, wenn es nicht wirklich wahrnehme. (0׳j TS y)'J 6'S/p'fjV O'JTS t)spU.OV O'JTS 'fkü'ÄJ O’JTS 0L0)~ G’jD'SV 33T׳ZL |JLVj a10־8־avousvov * coaTs tov Tlptoxa־f0p0ü /.007ץ auußypsTai /.3317ץ abzoiz. dXkä »xvjv 000* al'397;31v s$s» oüilsv av;17ןוןכ)373 י0^1י ־]). Allein der Wortlaut bei Sahr. ist so dunkel, dass wir nichts Bestimmtes behaupten können. Dazu kommt, dass nach Ibn Hazm III, S. 22, Bisr und Dirar angenommen haben, das Vermögen existiere vor der Handlung. Entscheidend ist das freilich nicht, da die Berichte, wTie wir gesehen haben, so häufig einander widersprechen, und es obendrein fraglich ist, was bei Ibn Hazm unter Vermögen zu verstehen sei. An die Ansicht der Megariker erinnert die früher (vgl. oben S. 15) angedeutete Behauptung der As'arijja, dass das Vermögen nicht vor der Handlung sei. Ob ein Zusammenhang bestehe, ist fraglich. Begründet wird die Behauptung der As£arijja gewöhnlich durch ihre Anschauung, dass die Accidenzen immer aufs neue geschaffen werden. Wenn die weiter unten folgende Vermutung über den Ursprung dieser Anschauung richtig sein sollte, dann wären wir bei der Darlegung des Aristoteles. ג) Sahr. S. 48: **1* 0!^ ■Jjä J0U jJyXi\ *Jjä *jöUJJ jJjXJI QjJlxli uVjt5 pyiy jyr*־ qW. ^ass ^ahr. 01j^ sagt, ist nicht auffallend, da er den Ausdruck Tawallud bei Bisr nicht in der Bedeutung nimmt, den er nach uns hat.