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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1909-01-01 · 1909 · page 85

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1909
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 85)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721021--084-2725489
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85 Subjekt, mit dem Schmecken und Tasten entstehen die Eigenschäften in den Dingen, was sich mit der eben erwähnten Lehre der Sophisten deckt. Die von Ibn Hazm zuletzt erwähnten Beispiele, die geeignet sind, den Sachverhalt zu verdunkeln, werden uns in unserer Auffassung nicht irre machen, wir werden uns an die Bemerkung erinnern, die Ibn Hazm selber einmal bei der Erwähnung Dirars und seiner Gegner gelegentlich macht, dass sie sich gegenseitig Uebertreibungen vorwerfen1). Durch unsere Auffassung tritt auch die andere Behauptung Dirars, dass der Körper nur die Vereinigung der Accidenzen sei, ins rechte Licht. Auf den ersten Blick scheinen ja beide Behauptungen nicht gut zusammen zu passen. Wie soll der Körper nur eine Vereinigung von Accidenzen sein, während es gleich darauf heisst, dass im Feuer keine Wärme, im Schnee keine Kälte sei usw., alle Accidenzen also dem Körper abgesprochen werden? Denkt man an die Lehre der Sophisten, so ist daran zu erinnern, dass diese tatsächlich so verstanden werden kann und von manchen auch wirklich so verstanden wurde2), als gäbe es nur eine Bewegung ohne ein Bewegtes, als gäbe es überhaupt kein Seiendes, sondern nur ein Werden, beständig wechselnde Accidenzen. In diesem Sinne konnte Dirar vielleicht behaupten, dass der Körper, dasjenige was uns als das Beharrliche im Wechsel erscheint, in Wirklichkeit nichts sei, als die Summe der Accidenzen. An den Standpunkt der Sophisten erinnert auch die Ansicht Dirars in bezug auf das Sittengesetz. Nach Sahrastani behauptete Dirar, dass der Mensch nicht im Stande sei, durch die Vernunft allein das Sittengesetz zu erkennen3), was soviel bedeutet als: dass der Unterschied zwischen gut Vgl. Sahr. S. 63, wo es von Dirar und Hafs Al־Fard heisst: jLxäJI JLaM ^115• ^,IJÜ xjjjd/0 Man sieht hier wieder, wie die Berichte unzuverlässig sind. Aus der Behauptung, dass der Körper die Vereinigung der Accidenzen sei, wird bei Sahr. die Behauptung, dass Gott die Körper in Accidenzen verwandeln könne. נ) Vgl. oben S. 24 A. 1. 2) Vgl. Zeller, 4. Aufl. I, S. 978 A. 1 über die verschiedene Auffassung des Satzes: w; to 7uav x!V/p.s r(v ־/cd aXko icapä touto ouoiv, in welchen Plato, Theaetet S. 156, die Lehre des Protagoras kleidet. 3) Sahr. S. 63: Jjjj J־fS /JUJl ^5* JLäj iJ.sLx.2

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