Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1909
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 84)
- Language
- German
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84 fizierung keineswegs eine ursprüngliche; sie ist nachträglich gemacht, lediglich um das Gewirr von Meinungen zu überschauen. Von Haus aus jedoch fällt der Unterschied zwischen und jJyj mit dem Unterschiede von transeunten Handlungen und solchen, die das Subjekt nicht überschreiten, zusammen. Verdankt so der ganze Begriff von Tawallud und was damit zusammenhängt seine Entstehung einem Missverständnis, so wurde die Verwirrung noch dadurch gesteigert, dass man mit dem Begriff eine Lehre in Verbindung brachte, die mit ihm von Haus aus gar nichts zu schaffen hat. Wir kommen zurück auf Bisr b. Mu'tamir, von dem es heisst, dass er die Lehre vom Tawallud aufstellte und darin am weitesten ging. Was besagt nun der von ihm mitgeteilte Satz? Nichts anderes, als die Lehre der an Heraklit sich anlehnenden Sophisten, dass die Dinge nicht seien, sondern nur werden, dass ihnen keine Eigenschaften an sich zukommen, vielmehr Wahrnehmbares und Wahrnehmung, Farbe, Geruch und Geschmack in den Dingen und Empfindung im Subjekt, das gemeinsame Erzeugnis einer doppelten Bewegung sei, einer äusseren und inneren, einer aktiven und passiven, des Sinnesorganes und des ihm adäquaten Objekts. Die Ansicht Bisrs hat demnach mit der vorher besprochenen nichts gemein, und lediglich die Namensgemeinschaft hat dazu geführt, beide zusammenzuwerfen. Hier bezeichnet Tawallud das Werden, Entstehen im Gegensätze zum Sein, dort bedeutet es die mittelbar erzeugten Wirkungen im Gegensätze zum unmittelbaren Tun. Als Stütze für die Richtigkeit unserer Auffassung soll zunächst der Nachweis dienen, dass jene Ansicht der Sophisten den Mutakallimun nicht unbekannt war. Von Dirar berichtet Ihn Hazm, er habe behauptet, ״dass die Körper nur eine Vereinigung der Accidenzen seien und dass im Feuer keine Wärme, im Schnee keine Kälte, im Honig keine Süssigkeit, in der Myrrhe keine Bitterkeit, in der Traube kein Saft, in der Olive kein Oel, in den Adern kein Blut sei, sondern dies alles Gott beim Schmecken, beim Pressen, beim Berühren schaffe1״). Das heisst: zugleich mit der Empfindung im Ibn Hazm IV, S. 195: Ql iyij 0IL 2ül Jjs o'ISLp* o bd! U jy ״lj fO J> כיי J**“ jAZxJfj J! 3*^3־ j£- 2JUI