Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1909
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 81)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2720904-2721021--080-2725485- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
81 gereimten Behauptungen, auf die man bei unbefangener Betrachtung gar nicht gelangen kann und die irgend eine Erklärung verlangen. Wie soll man ferner die Ansicht verstehen, dass die mittelbar erzeugten Wirkungen weder Gott noch den Menschen als Urheber haben, also Veränderungen ohne jede Ursache sind?1). Völlig unbegreiflich wird der Gegenstand, wenn wir auf den Urheber des ganzen Begriffes nach Sahrastani zurückgehen. Der erste, welcher die Ansicht vom Tawallud auf stellte und darin am weitesten ging, war nach Sahr. Bisr b. Mu‘tamir. Er behauptete, dass Farbe, Geruch und Geschmack und alle Wahrnehmungen des Gehörs und des Gesichts erzeugt werden vom Tun des einen im andern, wenn die Ursachen von seinem Tun stammen2). Hier erhebt Behauptung, dass eine Wirkung nicht von zwei Urhebern hervorgebracht werde, von denen jeder allein hinreichend wäre, ist sehr hinfällig, vgl. Al-Razi S. 109: 0 LaJLüx^/0 0axJL& x-vU. 01 0—<1! öOuA/v/l h \ üL>\/3 J«i 0^_ ys ^3־־^! Daraus aber folgt nur, dass nicht jeder die alleinige Ursache ist; man sieht noch immer nicht ein, warum nicht zwei eine Bewegung sollten hervorbringen können. Auch Saadia beruft sich auf den Grundsatz, dass eine Wirkung nicht zwei Urheber haben könne, nur fasst er den Grundsatz allgemein und beschränkt ihn nicht auf den Fall von Das eine Mal bedient er sich dieses Grundsatzes gegen die Annahme der Dualisten (Landauer S. 50, Slucki S. 26), das zweite Mal (Landauer S. 152, Slucki S. 78) gegen die Annahme, dass Gott auf die Menschen bei ihren Handlungen .einwirke. Es fragt sich, wie man dazu kam, einen solchen Grundsatz aufzustellen, der der Erfahrung so offenkundig widerspricht.!) Vgl. Ibn Hazm oben S. 79 A. 2 und IV, S. 192; Sahr. S. 49 u. 50. 2) Sahr. S. 44: lj JsJ^äJo Jyü) [nämlich Bisr] 0yj| 0! ץ*.) nj! J0Lw*4J 0.£. *.*״wil 0-* L-lU \Jljt5 0/0 LajLxamI viioLV* Ul 0.5 Jjt5 0/0 SjJyX*. Vgl. Ibn Hazm IV, S. 197: J jJUI Ql Jy^ L-j! ^♦ää+jI yy 0U. L*jtL "1י* Ly) _Li5 ^äL>vJ \jL»J '*-*>£־ J2Ä5 Jiä^JLU J0 00י/Uil U0-/0 Äj5=U3 Wir sehen daraus, wie sehr die Darstellungen von einander abweichen und wie wenig verlässlich die uns erhaltenen Berichte sind. Ausserdem ersehen wir, dass die Behauptung Bisrs vom Tawallud sich tatsächlich auf die Wahrnehmung sowohl wie auf die Wahrnehmungsobjekte erstrecke, was aus der Darstellung Sahrastanis noch nicht mit Sicherheit hervorgeht, da das Wort auf die Objekte der Wahrnehmung zur Not bezogen werden könnte. Ibn Hazms und Sahrastanis Darstellung