Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1909
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 70)
- Language
- German
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70 3. Kapitel. Ueber den ,Einfluss des Sophisten. Welchen tiefgehenden Einfluss auf die Kreise der Mutakallimun der Sophist ausgeübt hat, lässt sich aus dein vorigen Abschnitt zum Teil entnehmen. Vielleicht ist es nicht zuviel gesagt, wenn wir behaupten, dass dem Sophisten in dieser Beziehung kein Buch der griechischen Philosophie gleichkommt. Die aus dem Sophisten stammende Lehre Mu'ammars und Abu Hasims hat unter den Mutakallimun einen lebhaften Kampf hervorgerufen und ausserdem allerlei Meinungsverschiedenheiten herbeigeführt, die mit jener Lehre mehr oder weniger im Zusammenhänge stehen. Dies gilt beispielsweise von der in den Schulen der Mutakallimun so viel erörterten Frage, ob die Attribute mit dem Wesen Gottes identisch sind oder nicht. Wir haben bereits früher im allgemeinen angedeutet, in welch engem Zusammenhänge die Attributenlehre A. Hasims mit seiner Hai-Theorie stehe. Noch spezieller lässt sich dartun, wie einzelne Aeusserungen im Sophisten einen Umschwung gegen die frühere Ansicht der Mutaziliten herbeiführen mussten. Die Art und Weise, wie Plato diejenigen, welche zwei Prinzipien annehmen, durch die .Bemerkung widerlegt, dass zu jenen zwei Prinzipien sich von selbst ein drittes, nämlich das Sein, geselle, und der ähnliche Einwand gegen das Eins der Eleaten, denen gegenüber er bemerkt, dass man zwei Prinzipien habe, nicht Eines, sobald man von dem Einen das Sein aussage — dies alles stand im Widerspruche mit der Ansicht, dass so verschiedene Begriffe, wie Leben, Wissen, Macht in Gott eine absolute Einheit bilden. Noch mehr, wenn gesagt wird, ״es sei äusserst lächerlich, zu gestehen, dass es zwei Ausdrücke gebe und doch nur Eines zu setzen,“J) so brauchte A. Hasim von diesem äussersten Realismus nur die Nutzanwendung zu machen, um zu folgern, dass unmöglich so verschiedenen Namen, wie Wissen, Macht und Leben, nur ein Begriff zu Grunde J'^ÜI Der letzte Punkt ist gegen Mu‘ammar gerichtet. Der Standpunkt Husains hierin ist nicht eine Konsequenz seiner Leugnung der Ahwal, sondern beides kommt auf dasselbe hinaus, ebenso seine Behauptung in bezug auf die ״Seinsformen״, von denen noch später die Rede sein wird und worunter hier wahrscheinlich nicht alle Seinsformen'gemeint sind. v) Soph. S. 244: To ts 060 ovouLorca 0t1.0X0־j׳£׳v siva» «.yj-osv «Hjicvov ttXtjv sv z«t«Y£7.cjotov.