Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1909
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 62)
- Language
- German
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62 Vollends wird der Zusammenhang zwischen der Hai-Theorie A. H.’s und seiner Attributenlehre, der nach der hergebrachten Auffassung gar nicht gefunden werden kann, mit einem Schlage klar. Das ist es ja, was die Hai-Theorie besagt, dass es nur ein bestimmtes Sein gibt, dass jeder Begriff nur das ist, was er besagt, und alles andere nicht, und gerade darum handelt es sich bei der Frage von den Eigenschaften Gottes. Auch das Wissen Gottes ist nach A. H. nur das Wissen, nicht aber die Macht, das Wesen usw., es ist in einer Beziehung ein Seiendes und in unzähligen ein Nichtseiendes, und das Gleiche gilt von den anderen Eigenschäften. Wir werden später sehen, wie die Attributenlehre A. H.’s, abgesehen von der Hai-Theorie, noch in anderen Ausführungen des Sophisten ihre Begründung hat. Hier wollen wir nur bemerken, dass alle Bemühungen, einen Unterschied darin zu finden, ob man die Eigenschaften Gottes als Hai oder Sifa bezeichnet, vergeblich sind. Es fehlte der Zusammenhang zwischen der Hai-Theorie A. H.’s und seiner Attributenlehre und man suchte ihn fälschlich in der Vertauschung des Namens1). Wenn die Worte U*U> von A. II. seihst herrühren, so bedeuten sie vielleicht die Ahwal getrennt von einander. Kahir Al-B. häuft noch die Gegensätze 78b: Mv.Jds ^'5 Ui! jk J 1 Jyo \ii U Ui! UflJ Uj 6 «.✓ם Ui! . 'Ujs.-S'v/O Das Letzte ist wohl nur eine Reminiszenz an die Behauptung im Sophisten p. 238, dass das Nichtseiende nicht einmal ausgesprochen werden könne, vgl. auch Ibn IJazm w. u. S. 63 A. 2. נ) Was Josef Al-Basir, Frankel a. a. 0., S. 54, zur Verteidigung Abu H.’s vorbringt, ist ein leeres Gerede. Die Quintessenz seiner Ausführungen liegt in den Schlussworten: Wir reden nicht von den Ahwal wie die Kilabija von den Sifa. Denn wir sagen nicht, dass die Ahwal erkannt werden, denn wäre dies der Fall, so müssten sie ja existieren oder nicht existieren, wir sagen vielmehr, dass Gott mit seinen Attributen erkannt wird. Eine sonderbare Beweisführung, in der man sich, um etwas Unverständliches zu erklären, auf etwas beruft, das noch weniger Sinn hat. Soll der Unterschied darin liegen, dass die Ahwal nur zugleich mit dem Wesen erkannt werden, so werden die Kilabija das Gleiche von ihren Attributen (Sifa) behaupten. Die Worte A. H.’s . . . jJIäj siehe oben S. 58 A. 1, haben, richtig verstanden, adversativen Sinn, sie bedeuten, obgleich die Eigenschaften nur mit dem Wesen erkannt werden, sind sie doch vom Wesen und untereinander verschieden. Diese Worte kehren also nicht einen Unterschied zwischen dem Standpunkt A. H.’s und dem der Kilabija hervor, sondern sind ein Gegensatz gegen diejenigen, welche wie Gubbai und Saadia (vgl. Emunot ed. Slucki S. 44, ed. Landauer S. 85) die Identität des Wesens und der Attribute damit begründeten, dass beide zugleich erkannt werden.