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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1909-01-01 · 1909 · page 61

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1909
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 61)
Language
German
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IRI
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61 Schon diese flüchtige Skizzierung zeigt eine gewisse Aehnlichkeit zwischen den Ausführungen bei Plato und einzelnen Punkten bei A. H. Noch mehr aber wird sich der Sophist als Quelle für A.H. ergeben, wenn wir auf die angedeuteten Schwierigkeiten eingehen. Zunächst wird es begreiflich, wie A. H. zu seiner sonderbaren Bezeichnung für Begriffe gekommen ist. Für die drei obersten Kategorien im Sophisten, für Sein, Ruhe und Bewegung, bot sich ihm der Name Ahwal dar, Seinszustände oder .Seinsformen, und er dehnte den Namen auf alle Begriffe aus. Doch halten wir dies nicht für die einzig mögliche Erklärung; wichtiger ist für uns, dass durch die angenommene Beziehung zum Sophisten die Theorie A. H.’s in ein ganz neues Licht rückt. Denn was bedeutet nun die Formel vom Sein oder Nichtsein der Begriffe? Keineswegs, was Sahrastani und andere darunter verstanden haben, dass den allgemeinen Begriffen nur eine geschwächte Realität zukomme, eine Vermittelung zwischen Nominalismus und Realismus; gemeint ist vielmehr, dass jeder Begriff in einer Beziehung ein Seiendes, in unzähligen ein Nichtseiendes ist, da er eben nur einen Inhalt repräsentiert. Auch die weitere Bestimmung A. H.’s, dass die Ahwal weder gewmsst, noch nicht gewmsst werden, führt uns nicht über Plato hinaus, wir bewegen uns noch immer im Gedankenkreise der Sophisten. Es wird hierdurch auf eine Schwierigkeit hingewiesen, welche in der eigentümlichen Verbindung der Begriffe liegt und auf die bereits Plato aufmerksam macht. Nachdem er gezeigt, dass das Sein als Drittes neben der Ruhe und Bewegung zu setzen ist, wirft er die Frage auf, wie es denn zu begreifen sei, w^enn es seiner Natur nach keines von den beiden Gegensätzen ist. Wenn sich etw'as nicht bewegt, wie sollte es nicht ruhen? oder was auf keine Weise ruht, wie sollte sich das nicht bewegen?1). Wir werden später nachweisen, dass diese Stelle den Arabern wrohl bekannt wTar, und auf die hier angedeutete Schwierigkeit, die ebenso in dem Verhältnis eines jeden Gattungsbegriffes zu seinen Arten wiederkehrt, wird hingewiesen mit den Worten: die Ahwal werden wreder gewusst, noch nicht gewusst, d. h. sie sind einerseits trennbar, andererseits nicht2). 70X0, <V>3TS TO OV 0׳ V7U׳p!3 ßrjTT}TO>; «U <JLÜpt(Z ZZl 0ÜX 33TI, X7! T7XX7 07} X'/tV* i'xaaxov o׳jt0) */«׳. «vxa ~0XX«־/jfl u.iv 33־!, r.dhXay-q 0' 00/ 33x!v. ז) V. 250: "Ot 07} yp7] T7}V 017V017V 3X1 ~k0i2־'-V TOV ßouXÖlJLSVOV £vaf>־|S<; ׳־ 7tst auxou (nämlich das Sein) tjj/1 37.0x10 ßsßa!ü)3«3i)a!; , ... 31 yJp xi «.7} *ivsixa O'jy SOX7JXSV; \ TO U.V}07»JlO)C 33to^ xcoojx 7־j zיvsix«!. 2) Sahr. (vgl. oben S. 57 Anm. 1) erklärt den Ausdruck so: die Ahwal werden nicht für sich erkannt sondern nur zugleich mit dem Wesen.

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