Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1909
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 53)
- Language
- German
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53 nach das Nichtseiende“1). Das Gleiche besagt der Satz des M., der dadurch für uns noch eine besondere Wichtigkeit hat, dass er geeignet ist, auf das Verfahren der Mutakallimun ein Licht zu werfen. Der vierte Grundsatz der Mutakallimun bei Maimuni (More I, 73, 4) lautet, dass jedem Dinge von zwei beliebigen entgegengesetzten Eigenschaften die eine oder die andere zukomme und dass die Negation, nicht lebendig, nicht weise usw. ebenso ein Attribut sei, wie das positive Prädikat lebendig, weise. Da diese Ansicht sich mit der aus dem Sophisten stammenden Behauptung M.’s deckt, so ist es von Interesse, zu sehen, wie in das von Maimuni dargestellte atomistische System der ’As4arija eine Ansicht aus einem so verschiedenen System, wie dasjenige Platos, aufgenommen wurde. Man könnte vielleicht einwenden, dass es sich hier um eine in der Atomistik selbst begründete Anschauung handle, da bekanntlich Demokrit das Nichtseiende neben dem Seienden, das Leere neben dem Vollen als Prinzip aufstellte und dabei behauptete, dass das Nichtseiende um nichts weniger sei als das Seiende2). Allein von jener Behauptung Demokrits bis zu der erwähnten Ansicht der Mutakallimun ist noch ein weiter Weg3), und wir gehen wohl nicht irre, wenn wir behaupten, dass wir es hier mit einer Entlehnung zu tun haben. Wir kommen schliesslich zu dem Namen welcher nach Sahrastani M. und seinen Anhängern beigelegt wurde. Selbst dieser Name ist nicht für M. und seine Anhänger erfunden, sondern aus dem Sophisten entlehnt. Nach seiner Polemik gegen die Materialisten wendet sich Plato gegen die Freunde der Ideen (׳'״/״; t<)>k ~«)v doojv cc'üo’j^y). Es ist nun für uns gleichgültig, ob darunter die Megariker zu verstehen sind, oder Plato hiermit eine frühere Form seiner eigenen Ideenlehre kritisieren will5). Ebenso brauchen wir uns auf die Frage nicht einzulassen, ob unter ztöv, und yhy Ideen im platonischen Sinne, für sich seiende Realitäten, oder bloss Verstandesbegriffe gemeint seien. Bonitz meint, dass diese Unterscheidung mit Unrecht in Plato hineingetragen wird6); J) Soph. 256: Zip'! h.a'j-Ji'j apct töiv uömv tj,Lj >üv ~b ov, ä’sstpov os ״Xyjiki tö tiyj ov. 2) Zeller 4. Aull., 1, S. 768. 3) Vgl. Zeller 4. Aull., 2. 1, S. 675 A. 1. 4) Soph. 248. 5) Zeller 3. Aufl., II. 1, S. 215, Bonitz, Platonische Studien, 3. Aufl. 1886, S. 192. 6) Bonitz a. a. 0., S. 193.