Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1909
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 49)
- Language
- German
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49 daher die Gewissheit, dass in dem sich Bewegenden ein Begriff entstanden ist, wodurch es sich in seiner Eigenschaft von dem Ruhenden unterscheidet, und dass ein Begriff in dem Ruhenden entstanden, wodurch es sich von dem Bewegten in seiner Eigenschaff unterscheidet. Ebenso wissen wir, dass m der Bewegung ein Begriff ist, wodurch sie sich von der Ruhe unterscheidet und ebenso in der Ruhe ein Begriff, wodurch sie sich von der Bewegung unterscheidet. Ebenso wissen wir, dass in dem Begriff, wodurch sich die Bewegung von der Ruhe unterscheidet, wiederum ein anderer Begriff ist1). Die Darstellung ist so gedankenlos und verworren als möglich, so dass wir auf Einzelheiten gar nicht eingehen können. Es genügt hervorzuheben, dass Ibn Hazm von Begriffen spricht, die in dem Bewegten und Ruhenden entstehen, so dass man gar nicht weiss, worauf es M. ankomme und wozu die ganze Annahme diene. Teilweise besser, aber doch immerhin unklar genug ist die Darstellung Al-Razis, die wir weiter unten kennen lernen werden. b) Welche Bewandtnis es mit der zweiten Behauptung M/s hat, die Haarbrücker ganz verkehrt wiedergibt2), kann nach dem Gesagten nicht zweifelhaft sein. Die Accidenzen, die in den einzelnen Dingen existieren, existieren in ihnen nur durch Teilnahme der Dinge an den entsprechenden Begriffen. Im Grunde genommen haben wir es in beiden Behauptungen M/s nur mit Einer Ansicht zu tun, mit der platonischen Ideenlehre. Was M. über die Verh Ibn H. a. a. 0. V, S. 46: LLV=*• Jf lyJJä 1ג0*א 0׳J.5 3 ג׳א Öw\> 1«\! L&O O.li LaäjI 3. גא=dL*J| 3 ,..L xääa? 3 0 3^!3=צ--כ=£א גא) U*ht ti*5^X3=>j ^3 ^5 Ji ~ גא ‘וא _J\3 גא QyX^lI 503*> גא!0<ג»<=נא גא Die letzten Worte haben wir oben im Text nicht übersetzt, weil nach unserer Meinung der Sinn sein muss, dass in dem Begriffe, durch den die Bewegung sich von der Ruhe unterscheidet, ein anderer Begriff sei, durch den er sich von der Ruhe und Bewegung unterscheidet. 2) Indem Haarbrücker übersetzt: jedes Accidenz habe sein Bestehen in einem Träger, bestehe aber in ihm nur durch einen Begriff, der das Bestehen notwendig macht, wird der Sinn der Worte ins gerade Gegenteil verkehrt. M. will gerade umgekehrt sagen, dass die Formen getrennt für sich existieren und dort ihr wahres Sein haben, während die in den Dingen existierenden Formen bloss ein Abbild derselben seien.