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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1909-01-01 · 1909 · page 46

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1909
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 46)
Language
German
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IRI
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46 der lebenden Wesen1). Dieser Ansicht wohnt vielleicht von Haus aus gar nicht die Bedeutung bei, die ihr Sahrastani beilegt, indem er sie vom Standpunkte seiner Zeit betrachtet und in ihr einen Gegen־־ satz findet zu der später von den ’As‘ariten aufgestellten Behauptung, dass die Accidenzen jedesmal von Gott geschaffen werden; Wahrscheinlich aber will M. im Zusammenhänge mit seiner neuplatonischen Anschauung nur sagen, dass Gott nicht unmittelbar in die Körperwelt eingreift. Wenn daher M. von einer Schöpfung der Körper spricht, so wird er darunter entsprechend seinem neuplatonischen Standpunkt auch nur ein mittelbares Hervorgehen der Körper aus Gott, nicht aber eine direkte Schöpfung verstanden haben. Schliesslich verdient im Hinblick auf den neuplatonischen Standpunkt M.’s besondere Beachtung seine Lehre vom göttlichen Willen. Wie Al-Ka‘bi berichtet, behauptete er, der Wille Gottes in Beziehung auf ein Ding sei weder Gott selber noch die Schöpfung des Dinges, und auch nicht das Gebot, die Mitteilung und die Satzung, womit er auf etwas Unbekanntes, das nicht gewusst wird, hindeutete2). Wie die Lehre M.’s vom göttlichen Willen im Einzelnen lautete, ist aus dieser kurzen Mitteilung nicht zu entnehmen, aber die Schlussworte, die nicht wie eine Bemerkung S.’s״, sondern wie eine Aeusserung M.’s, eine Charakteristik seiner eigenen Lehre, lauten, erinnern an das Geheimnis des göttlichen Willens bei Gabirol und Ibn Saddik3). Wir haben in M. einen Neuplatoniker vor uns, der dem Willen dieselbe eigentümliche Mittel- Stellung zwischen Gott und dem Geschaffenen zuweist wie Gabirol, und wie dieser auf dieses eigentümliche Verhältnis wie auf ein Mysterium hinweist. Jedenfalls ersehen wir daraus, dass Gabirol nicht der erste Neuplatoniker war, der den Willen als Mittelglied zwischen Gott und die Welt einschaltete4). Eine eingehendere Behandlung als die bisher erörterten Lehren erfordern die Sätze, denen wir uns jetzt zuwenden und die insofern von grosser Tragweite sind, als sie uns auf eine griechische Quelle hinführen werden, die für die Entwicklung des Kalam von grösstem י) Sahr. S. 46. 2J Sahr. S. 46: nLH La L \ L. 1 idJ 1 mJ*£- taÄJ -i;*■?. 1 צ_fJI jLz'ü. 3) Gabirol, Lebensquelle II, 20 und Königskrone ושם היסוד והסוד und Josef Ibn Saddik, Mikrokosmos, S. 54. 4) Vgl. auch Zeitschrift הקדם, herausgegeben von Markon, 1907, S. 34.

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