Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1909
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 45)
- Language
- German
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45 streckt, die Rede sein1). Hier haben wir es offenbar mit einer neuplatonischen Ansicht zu tun. Denn, wenn auch schon bei Plato sich ein Ansatz zu der später von Plotin ausführlich entwickelten Lehre von der Transcendenz Gottes über das Sein und das Denken findet2), so weist doch die Begründung deutlich auf Plotin als Quelle hin3). So befremdlich erschien Sahrastani diese Ansicht Mucammars, dass er die Richtigkeit der Ueberlieferung bezweifelte und das angeführte Argument von der Zweiheit des Gedachten und Denkenden durch die auf Aristoteles zurückgehende Behauptung von der Einheit des Denkens, des Denkenden und Gedachten zu widerlegen sucht4). Wir haben keinen Grund an der Echtheit der Ueberlieferung zu zweifeln, und als ein besonders beachtenswerter Umstand, der zugleich für die Richtigkeit der Ueberlieferung spricht, erscheint es uns, dass wir in der angeblichen Ansicht M.’s die Lehre Plotins von der Transcendenz Gottes noch in ihrer ursprünglichen strengen Form antreffen, während spätere Neuplatoniker in dieser Beziehung eine merkliche Abweichung vom Standpunkt Plotins aufweisen־ So redet beispielsweise Gabirol in vielen Stellen seiner ״Lebensquelle“ unbedenklich von einem Wissen Gottes, trotzdem er sich sonst eng an Plotin anschliesst. Nur eine Stelle bei Ibn Esra erinnert daran, dass die Lehre M.’s auch in späterer Zeit nicht ganz unbekannt war5). Neuplatonisch ist ferner die Ansicht M.’s, dass man von Gott auch nicht die Ewigkeit prädizieren könne, was mit der Anschauung der Neuplatoniker, Gott sei über die Ewigkeit, gleichbedeutend ist5). Im Zusammenhänge mit der behaupteten Transcendenz Gottes steht vielleicht die Ansicht M.’s, dass Gott nur die Körper geschaffen habe, während die ilccidenzen von den Körpern selbst hervorgebracht werden, sei es mit Naturnotwendigkeit, wie das Brennen des Feuers, sei es aus freiem Willen, wie die Bewegung b Sahr. S. 47 : *JJl ^1 JlS 2ü( 2) Plato, Rep. VI, S. 508; Zeller, 3. Aufl., 3. 2, S. 475 A. 1. 3) Vgl. Zeller a. a. O., S. 477 A. 4. 4) Sahr. S. 48. ß) Vgl. Monatsschrift 1884, S. 327 ff. °) Sahr. S. 47: *JJI qL xil xäc. LlL*•)